Basketball
Oklahoma und Thabo Sefolosha stehen mit dem Rücken zur Wand

Die Miami Heat führen in der NBA-Finalserie gegen Oklahoma City und Thabo Sefolosha mit 3:1 und können sich bereits in der Nacht auf Freitag zu Hause zum Champion küren.

Angela Kopp
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Thabo Sefolosha in der Verteidigung gegen Miamis Star LeBron James

Thabo Sefolosha in der Verteidigung gegen Miamis Star LeBron James

Keystone

«Wie wir verloren haben, macht es umso enttäuschender», sagte Thabo Sefolosha nach der 98:104-Auswärtsniederlage in der Nacht auf gestern, die den Heat drei «Matchbälle» beschert hat. Dabei hatte es zu Beginn eigentlich gut ausgesehen für das Team des Westschweizers.

Nachdem die Thunder in den bisherigen Partien jeweils Probleme hatten, ins Spiel zu kommen und bereits früh einem Rückstand hinterherjagen mussten, kehrten sie in Spiel 4 der Best-of-7-Serie das Zepter für einmal um. Durch temporeiches und aggressives Spiel führten sie kurz vor Ende des 1. Viertels mit 17 Punkten und waren auf dem besten Weg, die Serie auszugleichen und den Heimvorteil zurückzuholen. Vor allem Spielmacher Russell Westbrook, dem es zuvor in der Serie nicht wunschgemäss gelaufen war, überzeugte und durfte sich eine persönliche Rekordmarke in den Playoffs von 43 Punkten gutschreiben lassen.

Doch das allein reichte nicht aus, um Miami mit einem LeBron James in Topform hinter sich zu lassen. Im 2. Viertel drehten die Heat auf und konnten das Spiel wieder ausgleichen. Nach der Pause war es Miami, welches das Spieldiktat übernahm aber seinerseits die Thunder nie entscheidend distanzieren konnte.

So kam es wie in den Spielen zuvor zu einer spannenden Schlussphase. Und in dieser spielte sich ein ebenfalls bereits gewohntes Bild des diesjährigen Finals ab. Thunder-Star Kevin Durant, der schon oft für sein Team das Spiel in den entscheidenden Momenten an sich gerissen hatte, wollte eben dies gegen Miami einmal mehr nicht gelingen. Auf der anderen Seite war es LeBron James, der zwar für eine Schrecksekunde bei seinen Teamkollegen und Fans sorgte, als er fünf Minuten vor Schluss nach einem missglückten Angriff mit Schmerzen im Bein vom Feld getragen werden musste, dann aber kurze Zeit später noch einmal zurückkam und einen Dreipunktewurf zur 97:94-Führung verwertete. James gab später Entwarnung: «Es war nichts Gravierendes, nur ein Krampf. Mir geht es bereits wieder viel besser.»

Während Miamis Trio LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh einmal mehr seine Klasse bewiesen hat, kommt das Trio von Oklahoma City Kevin Durant, Russell Westbrook und James Harden bisher nicht auf Touren. Und wenn die Angriffsmaschinerie nicht läuft, kann auch Sefolosha mit einer soliden Leistung in der Verteidigung gegen James nicht viel bewirken.

Die Thunder müssen nun das fast Unmögliche schaffen und dreimal in Folge gewinnen, um sich den Titel zu holen. «Noch ist nichts verloren und die Serie nicht fertig. Unser Selbstvertrauen ist noch immer gross», bleibt Sefolosha optimistisch. «Wir glauben noch an die Wende. Wenn dies nicht der Fall wäre, könnten wir ja gleich aus Miami abreisen und auf das Spiel 5 verzichten.»

Betrachtet man die Statistik, sind diese Aussagen allerdings nicht viel mehr als Durchhalteparolen. In der Geschichte der NBA hat es bisher noch nie ein Team geschafft, nach einem 1:3-Rückstand im Final auch nur ein siebtes Spiel zu erzwingen. Ob die Thunder daran gegen ein so starkes Miami etwas ändern können, darf bezweifelt werden.