Basketball

NBA-Testspiele in Turnhallen-Ambiance

Bei den ersten NBA-Testspielen in der Blase von Orlando herrschte Turnhallen-Ambiance

Bei den ersten NBA-Testspielen in der Blase von Orlando herrschte Turnhallen-Ambiance

In der Atmosphäre einer Turnhalle finden in Orlando die ersten Testspiele vor der NBA-Rückkehr statt.

Im ersten Duell zweier NBA-Teams nach vier Monaten Corona-Pause gewann Titelkandidat Los Angeles Clippers gegen Orlando Magic 99:90. Die Washington Wizards verloren gegen die Denver Nuggets 82:89. Später spielten noch die New Orleans Pelicans gegen die Brooklyn Nets und die Sacramento Kings gegen die Miami Heat.

Dabei waren erstmals die drei Spielfelder zu sehen, auf denen die NBA ab dem 30. Juli ihre Saison fortsetzen und beenden möchte. Auf dem Parkett war neben den für das Spiel notwendigen Linien und einem grossen NBA-Logo in der Mitte nur noch in schwarzen Grossbuchstaben der Slogan "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen) zu sehen.

Die üblichen Farben und Sponsoren-Logos fehlten ebenso wie Symbole der Mannschaften. Einzig ein paar Werbe-Banden waren aufgestellt und in Betrieb.

Vom Leben in der Blase

Wer wie Richaun Holmes von den Sacramento Kings oder Bruno Caboclo von den Houston Rockets die Blase unerlaubt verlässt, muss danach wieder zehn Tage in Quarantäne und negative Tests vorweisen. Mit einer Genehmigung kann diese Frist auch auf vier Tage verkürzt werden.

Eine strenge Politik herrscht in Sachen Mund-Nasen-Schutz. Lediglich während des Trainings beim Essen und auf dem eigenen Zimmer, das niemand anderes betreten darf, gilt keine Maskenpflicht. Ansonsten sind die Atemwege stets zu bedecken. Die NBA hat sogar eine anonyme Hotline eingerichtet, in der Regelverstösse gemeldet werden können.

Proteste gab es gleich zu Beginn der Kasernierung wegen des Essens, viele Spieler beschwerten sich in den Sozialen Netzen darüber. Kleine Portionen, in Plastik abgepackt und insgesamt überhaupt nicht das, was die Basketballer gewohnt sind. "Das Essen war eine grosse Hilfe bei meinem Plan, ein paar Pfunde zu verlieren", scherzte Trainer Nick Nurse von den Toronto Raptors.

Seit dem Ende der Selbstisolation dürfte es aber besser sein. Jedes Team hat seinen eigenen Koch und Essensraum. Dazu dürfen die Spieler absehbar auch einige der Restaurants in Disney World nutzen und sich Essen von ausserhalb bestellen - dafür allerdings nicht aus der Blase heraus, so wie Holmes es versehentlich tat.

Zur Zerstreuung neben den Trainingseinheiten gibt es für die NBA-Spieler eine 18-Loch-Golfanlage. Auch Fischen ist möglich, und so mancher Modellathlet hat schon mit einem dicken Fisch vor der Handykamera posiert. Zudem gibt es Räume mit Videospielen, Tischtennis und Karten. Doppel im Tischtennis sind aber verboten, und nach jeder Kartenpartie wird ein frischer Satz an Spielkarten empfohlen.

Eines der beliebtesten Videos bisher: Maxi Kleber und Dwight Powell von den Dallas Mavericks simulierten auf ihrem Mini-Balkon mithilfe von Kopfhörern, Wasserflaschen und der passenden Bewegungen ein DJ-Set. Powell schnitt das Video zusammen und legte darunter den passenden Beat.

Auch vom Training kursieren einige Videosequenzen, etwa mit beeindruckenden Würfen von Dallas-Star Luka Doncic. "Wir befinden uns in einer anderen Zeit", erklärte Mavericks-Trainer Rick Carlisle. "Wir müssen uns öffnen und unseren Fans einen starken Einblick geben."

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