Nacht-OL
Nacht-OL: Mehr als 600 «Glühwürmchen» angemeldet

Ursprünglich hatte der Orientierungslaufklub (OLK) Argus Seon die Schweizer Meisterschaft im Nacht-OL als Retter in der Not übernommen. Nun steht am Samstag ein Anlass mit Rekordbeteiligung bevor. Erwartet wurden 450 Teilnehmer, angemeldet haben sich jedoch deren 640.

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Aargauer Zeitung

Wolfgang Rytz

Laufleiter Hanspeter Gehrig, Gemeindeammann in Ammerswil, erlebte beim Näherrücken des Meldeschlusses unruhige Tage. Weil sich statt der erwarteten 450 Teilnehmer deren 640 einschrieben, musste gemäss Waldverordnung kurzfristig die Bewilligung des Aargauischen Departementes Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Wald, beschafft werden.

Dank Gehrigs gutem Draht zu den Gemeindebehörden von Lenzburg und Hendschiken gelang dies. Ansonsten hätte eine Absage der Meisterschaft gedroht. Jetzt rennen am Samstagabend zwischen 19.20 und 20.20 Uhr Hunderte von «Glüwürmchen», das heisst Orientierungsläufer mit Stirnlampen, durch den stockfinsteren Lütisbuechwald. Der Start erfolgt im Gebiet «Cheibengarten». Das Wettkampfzentrum befindet sich bei der Berufsschule Neuhof in Lenzburg.

Ungewohnter Modus

Der nationale OL-Verband sprach die Nacht-Meisterschaft zum letztmöglichen Zeitpunkt dem OLK Argus zu. Der in der Zwischenzeit verstorbenen Oswald Merkli, der als Laufleiter vorgesehen war, hatte die Initiative ergriffen, um den Anlass zu retten. Er lieferte auch die Idee, den Anlass in der Winterzeit durchzuführen. Gleichzeitig schlug er vor, die Läufer nicht wie gewohnt einzeln, sondern mit Massenstart in den Wald zu schicken. Dank ausgeklügeltem Schlaufensystem kann trotzdem eine sportlich faire und spannende Austragung gewährleistet werden.

Der attraktive Modus ermöglicht einen Wettkampfabschluss noch weit vor Mitternacht. In früheren Jahren fand das Rangverlesen hingegen jeweils erst tief in der Nacht statt. Gepaart mit dem zentralen Durchführungsort bewirkte dieser Rahmen eine Rekordbeteiligung.

Zwei Weltmeister am Start

Der Schlaufenmodus ist auch für Zuschauer attraktiv. Unter anderem kehren die Eliteläufer zweimal zum Start zurück. Das Ziel befindet sich im Raum Hendschiken. Genauere Angaben sind aus wettkampftaktischen Gründen nicht möglich. Favoriten in den Elitekategorien sind die aktuellen Weltmeister Daniel Hubmann und Simone Niggli. Nicht am Start ist der Aargauer Sportler des Jahres 2007, Matthias Merz aus Beinwil am See. Er weilt zu Trainingszwecken in Finnland.

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