Freude und Schmerz liegen im Reitsport manchmal nahe beisammen: Da knallte es Martin Arnaud mit dem Hintern brutal auf einen Balken, als sein Pferd Fakir vor einem Hindernis verweigerte. Der Elsässer, der im Oensinger Reitstall von Pius Schwizer arbeitet, humpelte geknickt aus der Halle.

Wenig später bestritt Arnaud mit Calidus, einem anderen Pferd aus Schwizers Reitstall, das Stechen der Hauptprüfung (R/N130) und gewann mit einem furiosen Ritt. «Manchmal muss man als Reiter kämpfen und die Schmerzen wegstecken», kommentierte Martin Arnaud seinen Sieg. Auf den zweiten Platz kam die Freiburgerin Deborah Lazzarotti auf Empire van Wuitenshof mit 88 Hundertstelsekunden Rückstand im Stechen.

Starke Reiter aus der Region

Zum besten Reiter des 25. Hallenconcours von Würenlos wurde Paul Estermann aus Hildisrieden gekürt. Estermann kam in der Hauptprüfung auf Cantini della Caccia mit weniger als einer Sekunde Rückstand auf den dritten Platz, zuvor hatte er schon die Prüfung 9 (R/N 130) auf Lafayette gewonnen.

Der Limmattaler Nico Balmer (Unterengstringen) verpasste auf Cento den Sieg in der Prüfung 2 hauchdünn: Andrea Bürgisser (Oberlunkhofen) ritt mit Pandra um eine Sekunde schneller. Auch aus Aargauer Sicht gab es gute Resultate: Nadine Steffen (Gränichen) musste sich in der Prüfung 7 (R/N120) nur um 22 Hundertstelsekunden von der Bernerin Nicole Krebs auf Carucci geschlagen geben. Die Prüfung 6 (B/R 90) gewann die Hermetschwilerin Sabrina Meier.

Ein schmerzlicher Abschied

Freude und Schmerz gabs dann auch bei den abschliessenden Ehrungen: Als Guido Balsiger der Familie Bopp im Namen der Reiterinnen und Reiter für ihre 25 Jahre Arbeit und Herzblut dankte, da verdrückten die Frauen der Familie eine Träne und die Männer kämpften um die Fassung.

«Es sind starke Gefühle», sagte Daniel Bopp, «auf der einen Seite sind wir glücklich, dass auch das Jubiläumsspringen ohne ernsthaften Unfall zu Ende gehen durfte. Auf der anderen war der Hallenconcours ein wichtiger Teil in unserem Leben, den wir vermissen werden.»

Ein Zurück werde es kaum geben, selbst wenn sich noch jemand melden sollte, der den Anlass nächstes Jahr fortführen möchte. «Wir haben das als Familie beschlossen und es ist gut so», sagte Urs Bopp. «Es war schön, aber es ist jetzt ist diese Ära abgeschlossen.»

Nicht nur die Familie Bopp werden den Anlass vermissen. Der Hallenconcours in Würenlos mit seiner freundlichen, ja familiären Atmosphäre, dem hochstehenden Sport und den unvergesslichen Festen danach im Riiterstübli wird auch den Reiterinnen und Reitern fehlen.