FC Zürich

Mit Leoni für den Exploit sorgen

Johnny Leoni kehrt ins FCZ-Tor zurück.

Johnny Leoni

Johnny Leoni kehrt ins FCZ-Tor zurück.

Nach dem 2:3 im Heimspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League steht der FC Zürich in Slowenien mit dem Rücken zur Wand. Aufgegeben hat er sich aber noch nicht.

Markus Brütsch, Maribor

Die Feuerwehr hat Arbeit an diesem Dienstagabend in Maribor. 100 Liter Wasser sollen pro Quadratmeter gefallen sein, da gibt es viel zu pumpen. Seit 24 Stunden liegt über der slowenischen Stadt in der Untersteiermark ein Dauerwolkenbruch. Die Website des NK Maribor zeigt Bilder aus dem Ljudski-vrt-Stadion, wo das Wasser bei jedem Fusstritt nur so hochspritzt.

Eigentlich will sich der FC Zürich um 17 Uhr im Abschlusstraining mit dem Stadion und dem Rasen vertraut machen; keine Chance. Ein Training würde keinen Sinn ergeben und den Platz zerstören. «Natürlich ist das nicht ideal», sagt Trainer Bernard Challandes, «aber der Platz wird nicht unser grösstes Problem sein.» So marschiert der FCZ-Tross über die Strasse und versucht sich auf dem ebenfalls mit Pfützen übersäten Kunstrasentrainingsplatz etwas die Beine zu vertreten.

Dem Spiel im mit 12 000 Zuschauern ausverkauften Stadion steht indes nichts im Weg. Am Mittwoch sei das Wetter gut, melden die Meteorologen. Ob dies auch auf den FC Zürich zutrifft, werden die 90 Minuten (oder mehr) zeigen. Die Mannschaft hat nach der 2:3-Heimniederlage geharnischte Kritik einstecken müssen. «Sie war berechtigt», sagt Aufbauer Silvan Aegerter, «wir hatten uns für dieses Spiel so viel vorgenommen und dann solche Fehler gemacht. Wir haben die Mariborer Tore ja fast schon selber geschossen.»

Wie Teamkollege Johan Vonlanthen will Aegerter das Hinspiel nun aber abhaken und nach vorne blicken. «Ich glaube an uns», sagt Aegerter. «Wir sind hierhergekommen, um eine schwierige Aufgabe zu lösen», sagt Vonlanthen. «Wir haben konzentriert trainiert und ich bin sicher, dass sich alle bewusst sind, worum es geht.» Challandes sagt: «Wir alle wollen einen anderen FCZ sehen.» Sein Mariborer Antipode Darko Milanic sagt: «In Zürich hatten wir das Gefühl, dass wir unterschätzt wurden. Das wird nicht mehr geschehen.» NK-Spielmacher Zoran Pavlovic sagt: «Die Zürcher werden angreifen, auf uns wartet eine sehr schwere Prüfung.»

Mit 18 Spielern ist der Schweizer Meister nach Slowenien gereist, Stürmer Alphonse musste wegen Trainingsrückstandes zu Hause bleiben. «Alle, die da sind, sind auch fit», sagt Challandes, «also auch Goalie Leoni und Stahel.»

Nachdem Andrea Guatelli mit einer der schwächsten seit Jahren in Schweizer Stadien gesehenen Torhüterleistung den FCZ in eine arge Notlage gebracht hat, kehrt nun Stammgoalie Johnny Leoni erstmals in dieser Saison nach auskurierter Oberschenkelverletzung ins Zürcher Tor zurück. Er wird dem Team, das mit den Böcken von Guatelli überhaupt nicht hatte umgehen können und in der Defensive förmlich zerfiel, eine gewisse Sicherheit zurückgeben.

Ob Challandes es wagt, für das Comeback des monatelang verletzt gewesenen Florian Stahel zu sorgen, ist offen. Weder Veli Lampi noch Philippe Koch haben in dieser Spielzeit indes so gut gespielt, dass Challandes sie mit einem guten Gefühl nominieren könnte.

So wichtig die richtige Aufstellung auch ist, so sehr kommt es darauf an, dass der FCZ erstmals in dieser Saison sein Potenzial abrufen kann. Dass er nicht seiner eigenen Behäbig- und Gefälligkeit zum Opfer fällt, sondern mit schnellem und schnörkellosem Fussball den Erfolg anstrebt. Ein Sieg mit mehr als zwei Toren Differenz, ein 4:3 oder 5:4, muss es aber schon sein, will der FCZ sich die Chance erhalten, in den Playoffs den letzten Schritt in die Champions League zu tun. Scheitern die Zürcher, nehmen sie nur an den Playoffs um die weit weniger lukrative Europa League teil.

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