Als Zweiter hinter Jenson Button überquerte dessen Teamkollege Lewis Hamilton die Ziellinie. Der Doppelerfolg für McLaren-Mercedes stand erst nach einer Untersuchung der Rennkommissäre fest, die ein Duell zwischen Hamilton und Sebastian Vettel in der Boxengasse unter die Lupe nahmen. Beide Fahrer wurden verwarnt. Jenson Button hatte auch für sich allein doppelten Grund zur Freude. Mit seinem zweiten Saisonsieg löste er Felipe Massa als WM-Leader ab.

Das Renngeschehen wurde vom Regenwetter geprägt. Button und Nico Rosberg, der als Dritter auf dem Podest stand, waren die einzigen Fahrer der vier Topteams, die zu Beginn auf Trockenreifen blieben. Die anderen wechselten zunächst auf Intermediates, um wenig später auf Trockenreifen zurückzukehren. Als es dann richtig zu regnen begann, mussten alle zum Pneuwechsel antreten.

Aus Schweizer Sicht bedeutete der Grand Prix von China einen neuen Tiefpunkt. Die Pechsträhne von Sébastien Buemi ging weiter, die Negativserie des Sauber-Teams wird immer schlimmer. Buemi schied schon in der ersten Runde ohne eigenes Verschulden aus. Der Romand wurde vom sich drehenden Vitantonio Liuzzi im Force India mitgerissen - wie auch Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi, für den das Rennen damit ebenfalls zu Ende war.

Pedro de la Rosa im zweiten Sauber-Ferrari wurde in der 9. Runde von einem Motorschaden heimgesucht. Zuletzt hatte in Malaysia gleich in beiden Sauber-Boliden der Motor gestreikt. Im Reifenpoker hatte das Team mit De la Rosa noch richtig gelegen und den Spanier mit den Trockenreifen auf der Strecke gelassen. So lag De la Rosa zum Zeitpunkt des Ausfalls im 4. Zwischenrang. Am Ende blieb für den Hinwiler Rennstall nur das bittere Fazit, dass der schlechteste Saisonstart seit dem Einstieg von Peter Sauber in die Formel 1 langsam beängstigende Ausmasse annimmt.

Zu den Geschlagenen gehörte auch Red Bull-Renault. Die aus der ersten Reihe gestarteten Sebastian Vettel und Mark Webber mussten sich mit den Rängen 6 und 8 begnügen. Das Ferrari-Duo Fernando Alonso und Felipe Massa belegte die Plätze 4 und 9. Alonso hatte mit einem Frühstart die beiden Red-Bull-Fahrer überholt und wurde dafür mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft.

Schanghai. Grand Prix von China: 1. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 1:53,993. 2. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 1,5 Sekunden zurück. 3. Nico Rosberg (De), Mercedes, 9,4. 4. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 11,8. 5. Robert Kubica (Pol), Renault, 22,2. 6. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 33,3. 7. Witali Petrow (Russ), Renault, 47,6. 8. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault, 52,1. 9. Felipe Massa (Br), Ferrari, 57,7. 10. Michael Schumacher (De), Mercedes, 61,7. 11. Adrian Sutil (De), Force India-Mercedes, 62,8. 12. Rubens Barrichello (Br), Williams-Cosworth, 63,6. 13. Jaime Alguersuari (Sp), Toro Rosso-Ferrari, 71,4. 14. eine Runde zurück: Heikki Kovalainen (Fi), Lotus-Cosworth. 15. Nico Hülkenberg (De), Williams-Cosworth. 16. zwei Runden zurück: Bruno Senna (Br), HRT-Cosworth. 17. vier Runden zurück: Karun Chandhok (Ind), HRT-Cosworth. - Ausgeschieden: Timo Glock (De), Vitantonio Liuzzi (It), Kamui Kobayashi (Jap/Sauber-Ferrari), Sébastien Buemi (Sz), Pedro de la Rosa (Sp/Sauber-Ferrari), Lucas di Grassi (Br) und Jarno Trulli (It).

WM-Stand (4/19). Fahrer: 1. Button 60. 2. Rosberg 50. 3. Alonso 49. 4. Hamilton 49. 5. Vettel 45. 6. Massa 41. 7. Kubica 40. 8. Webber 28. 9. Sutil 10. 10. Schumacher 10. 11. Liuzzi 8. 12. Petrow 6. 13. Barrichello 5. 14. Alguersuari 2. 15. Hülkenberg 1. -- Teams: 1. McLaren-Mercedes 109. 2. Ferrari 90. 3. Red Bull-Renault 73. 4. Mercedes 60. 5. Renault 46. 6. Force India-Mercedes 18. 7. Williams-Cosworth 6. 8. Toro Rosso-Ferrari 2. - Nächstes Rennen: Grand Prix von Spanien in Montmelo am 9. Mai.