Eidgenössisches
Matthias Sempach: «Schon als kleiner Bub war es mein Ziel, König zu werden»

Für Schwingerkönig Matthias Sempach ist ein Märchen wahr geworden. Was er mit dem Preis, dem Muni «Fors vo der Lueg» macht, will er noch nicht verraten. Nur so viel: Gemetzget wird er sicher nicht

Klaus Zaugg
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Matthias Sempach mit Fors vo der Lueg

Matthias Sempach mit Fors vo der Lueg

Keystone

Matthias Sempach, Sie haben den Königstitel als Ziel angegeben und Sie waren auch der Posterboy auf dem Festplakat. Der Erwartungsdruck bei diesem Fest, sozusagen vor Ihrer Haustüre, war himmelhoch. Wie haben Sie das erlebt?

Matthias Sempach: Ja, der Druck war riesig und ich habe immer noch zeitweise das Gefühl, in einer Röhre gefangen zu sein. Es war schon als kleiner Bub mein Ziel, König zu werden, und dazu bin ich immer gestanden. Vor drei Jahren, als ich scheiterte, hat man mich deswegen «aufgehängt», aber ich habe mich nicht irritieren lassen. Sehr wichtig war, dass ich in den letzten Jahren nie verletzt war und mich stetig weiterentwickeln konnte.

Muni oder Geld?

Für jeden Schwingsieger stellt sich die Frage: Muni oder Geld? «Ich werde den Muni sicher mit auf Alchenstorf mitnehmen, dann schauen wir weiter», so der 27-Jährige zu «Keystone». «Gmetzged wird er ganz sicher nicht», schmunzelt der Metzger. ldu)

Sie haben nach dem Sieg Emotionen gezeigt, geweint und Ihren Gegner umarmt.

Der Druck ist in diesem Augenblick von mir abgefallen. Es war, als sei ein Märchen wahr geworden. Christian Stucki war ein sehr spezieller Gegner für mich. 2008 standen wir beim Kilchberg-Schwinget im Schlussgang. Er gewann das Fest, und das hat mich geprägt. Ich habe ihm damals auch gratuliert, und die Art und Weise, wie er nun mir gratuliert hat, ist einmalig. Ich kann mir ganz einfach keinen faireren Gegner vorstellen.

Sie mussten immer mit der Kritik leben, mental zerbrechlich zu sein, auch im Vorfeld dieses Eidgenössischen. Hat Sie das irritiert oder eher motiviert?

Ich habe zwei Wochen vor dem Fest aufgehört, Zeitungen zu lesen. Mit der Kritik, ich sei mental schwach, habe ich schon immer Mühe gehabt. Ich hatte vor Burgdorf immerhin schon 22 Kranzfeste gewonnen. Ich werde zwar auch in Zukunft Gänge verlieren. Aber nicht, weil ich mental schwach bin. Niederlagen gehören dazu, erst recht, wenn einer so offensiv schwingt wie ich.

Sie sind nun König der Schweiz. Was wird sich für Sie ändern?

Es wird nicht so extrem sein wie vor drei Jahren bei Kilian Wenger. Ich bin ja auch etwas älter als er (vier Jahre - die Red.). Ich habe in den letzten sieben Jahren einige Feste gewonnen und werde in die neue Rolle hineinwachsen. Aber das eine oder andere wird sich ändern und ich bin mir bewusst, dass es nicht immer schöne Zeiten geben wird.

Während des Schlussgangs hält Christian Stucki Matthias Sempach mehrere Sekunden in der Luft
13 Bilder
Matthias Sempach legt Christian Stucki ins Sägemehl
Stucki wehrt sich noch, doch Sempach hat die Oberhand
Der Sieger steht fest
Die Emotionen gehen hoch
Die Freude über den Sieg ist riesengross!
Matthias Sempach
Sempach wird von Medienvertretern umringt
Sein Wille bezeichnet der 27-Jährige als gross und stark. Die Mutter berichtet, dass er als Kind auf vier Meter durch eine offen gelassene Türe im Heuschober gefallen sei - und unverletzt geblieben ist. Daher komme sein Siegeswille.
Matthias Sempach: Ein muskelbepackter Naturbursche, verteilt auf 194cm
Und ein ganz «Böser»
Schon als Kind träumte er vom Lorbeerkranz
Und ordnete seinem Wunsch alles unter

Während des Schlussgangs hält Christian Stucki Matthias Sempach mehrere Sekunden in der Luft

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