Van Berkel löschte über 200 m Rücken mit 2:13,97 den zweitältesten Schweizer Rekord über die Langbahn aus den Bestenlisten; sie war um 2,10 Sekunden schneller als Nathalie Wunderlich am 26. Juli 1992 in Barcelona. Damit gibt es im 50-m-Becken nur noch eine nationale Einzel-Bestleistung, die nicht aus diesem Jahrtausend stammt - jene über 50 m Crawl von Marie-Therese Armentero aus dem Jahr 1986.

Van Berkel hat mit diesem Sieg einen weiteren Schritt in Richtung beste Athletin an diesen Titelkämpfen gemacht. Die 20-jährige Zürcher Unterländer ist nun bereits bei fünf Goldmedaillen angelangt, zwei davon mit der Staffel. Zudem schwamm sie bereits ihren vierten Schweizer Rekord am diesjährigen Championat - jene beiden mit den Staffeln nicht eingerechnet.

Meichtry musste sich gestern nach vier Titelgewinnen (zwei mit der Staffel) erstmals geschlagen geben; in der Königsdisziplin 100 m Crawl wurde der in Berkeley, Kalifornien, lebende St. Galler mit 49,67 von Flori Lang (49,03) bezwungen. Meichtry war aber "absolut zufrieden" mit dem 2. Rang, da er sich derzeit voll im Training befinde. Rückenspezialist Lang, der am Vortag über 50 m Rücken mit der sechstbesten je erzielten Zeit weltweit brilliert hatte, stand bereits zum vierten Mal auf dem obersten Podest, zum dritten Mal in einem Einzelrennen. Zudem verbesserte der 26-jährige Zürcher die persönliche Bestzeit über 100 m Crawl um über eine Sekunde.

Als "Neue" lösten gestern Benjamin Le Maguet über 50 Brust sowie Swann Oberson über 800 m Crawl das WM-Ticket. Der 19-jährige Le Maguet von Vevey-Natation unterbot als Zweiter hinter Damien Courtois (28,05) mit 28,60 um vier Hundertstel den geforderten Wert. Die 22-jährige Genferin Oberson blieb bei ihrem souveränen Triumph um 65 Hundertstel darunter.

Von den noch nicht für die WM Qualifizierten schaffte auch der drittklassierte über 100 m Crawl, Gregory Widmer, die WM-Limite. Es ist aber noch nicht sicher, ob er an den Ende Juli beginnenden Titelkämpfen in Rom dabei ist, da er heute (Sonntag) noch seinen Staffelplatz verlieren kann; das Gleiche gilt für Aurelien Künzi, der am Vortag den geforderten WM-Wert realisiert hatte. So oder so steht fest, dass bislang acht Athleten und fünf Athletinnen die Reise nach Rom antreten werden.

Für den ersten Schweizer Rekord am dritten Tag sorgte Marina Ribi. Die Athletin des SC Schaffhausen schwamm im Vorlauf über 400 m Lagen 4:52,93 und verbesserte die zehn Jahre alte Marke von Andrea Gross um 1,90 Sekunden. Im Final war Ribi nochmals um 1,08 Sekunden schneller, allerdings wurde sie wegen Ziehens an der Bahnbegrenzungsleine disqualifiziert. Damit erbte die 16-jährige Annick van Westendorp mit 5:07,17 (!) die Goldmedaille und wurde erstmals Schweizer Meisterin.