Trotz der Niederlage im vierten Gang gegen den Thurgauer Oldie Stefan Burkhalter war der Aargauer der überragende Mann in den drei Sägemehlringen. Zum Auftakt bodigte Thürig den Schwingerkönig von 2001, Arnold Forrer, mit einem Kurz. Im dritten Gang besiegte der Nordwestschweizer Gast auch den Unspunnen-Sieger von 2011, Daniel Bösch, mit einem Wyberhaken.

Offensive Taktik

Etwas überraschend entschied sich das Einteilungsgericht für den Obwaldner Benji von Ah als Gegner im Schlussgang. Der Schwyzer Andreas Ulrich hatte die stärkeren Gegner auf seinem Notenblatt. Weil von Ah bei einem „Gestellten“ Rang 1a belegt hätte, wählte Thürig seinem Naturell entsprechend eine offensive Taktik.

„Sofort angreifen“, lautete seine Devise. Dasselbe hatte sich aber auch der Innerschweizer vorgenommen. Aufs erste Gut des Kampfrichters schränzten die beiden auf Teufel komm raus am Zwilch. Thürig gelang gleich ein Wyberhaken, dem von Ah nichts entgegen zu setzen hatte. „Mein grösster Erfolg, den ich auf gleiche Höhe stelle wie der Sieg 2006 am Innerschweizerischen“, ordnete der gelernte Zimmermann und Holzindustrie-Techniker seinen Triumph ein.

Turbulente Saison

Thürig hatte die Saison mit Siegen am „Baselstädtischen“ und am „Solothurnischen“ stark begonnen, doch beim zweiten Kranzfestsieg in Hägendorf zog er sich eine Ellbogenverletzung zu, die ihn sechs Wochen ausser Gefecht setzte. Danach kehrte er mit Rang 2 auf dem Rigi in die Wettkampfsaison zurück. Aber die Zwangspause brachte ihn aus dem Rhythmus.

Auf dem Weissenstein und vor einer Woche am Berner „Kantonalen“ verfehlte er gar den Krangewinn. „Das zeigt wie eng Erfolg und Misserfolg beieinander liegen“, schüttelte er nach dem finalen Plattwurf ungläubig den Kopf. Wohl liege ihm der Schwägalp-Schwinget. „Doch heute war mein primäres Ziel der Kranzgewinn.“

Sein dritter Kranzfestsieg in diesem Jahr, der 15. in seiner Karriere, krönt eine wechselhafte Saison. Fühlt sich nun der Möriker gar als Favorit für den Kilchberger Schwinget am 7. September? „Dort beginnts wieder bei null. Da kann wieder alles passieren“, reagiert er ausweichend. Nur zu gut kennt er die Stärke des Berner Verbandes. Und dieser fehlte 2014 auf der Schwägalp.

Auch Bieri mit Kranz

Den ersten Nordwestschweizer Tagessieg auf der Schwägalp seit Einführung des Kranzstatus‘ im Jahr 2000 rundete Christoph Bieri ab. Mit vier Siegen sowie einem „Gestellten“ und einer Niederlage erreichte der Untersiggenthaler just den letzten Kranzrang. Der Zofinger Patrick Räbmatter und der Solothurner Lorenz Blatter verfehlten den Ausstich.