Lisa Mamié, zuvor in Südkorea schon über 100 m Brust mit Landesrekord im Halbfinal, überstand den Vorlauf auch über die längste Brust-Distanz als Vierte sehr souverän. In der zweiten von vier Serien musste sie sich nur der Kanadierin Sydney Pickrem knapp geschlagen geben. Dazu waren in den nachfolgenden Serien einzig noch die zwei Südafrikanerinnen Tatjana Schoenmaker und Kaylene Corbett schneller als die 20-jährige Zürcherin.

In 2:24,93 verbesserte Mamié ihre eigene nationale Bestmarke vom März dieses Jahres um 0,81 Sekunden. Gleichzeitig unterbot die Schweizerin auch die sogenannte Olympic Qualifying Time des Schwimm-Weltverbands FINA, womit sie die Limite für die nächstjährigen Sommerspiele erfüllt hat.

Mityukov Vorlauf-14.

Ebenfalls ein Schweizer Rekord gelang Roman Mityukov im Vorlauf über 200 m Rücken. Der Genfer, der nächsten Dienstag 19 Jahre alt wird, schlug in 1:58,04 an. Damit blieb er um 0,61 Sekunden unter seiner eigenen Bestmarke vom 23. März in Uster. Im Gegensatz zu Mamié, welche sehr gute Aussichten auf den Finalvorstoss hat, wird es für Mityukov als Vorlauf-14. sehr schwer, die Halbfinals zu überstehen.

Trotz starker Leistung schied Maria Ugolkova über 100 m Crawl im Vorlauf als 18. aus. Die Schwimmerin des SC Uster Wallisellen blieb in 54,54 nur um einen Hundertstel über dem Schweizer Rekord von Nina Kost. Zur Halbfinalteilnahme fehlten ihr drei Zehntel.

Desplanches' Griff nach einer WM-Medaille

Am Nachmittag steht im WM-Becken auch Jérémy Desplanches im Final über 200 m Lagen im Einsatz. Der 24-jährige Genfer überzeugte in den Halbfinals mit der Bestzeit aller Teilnehmer. Der in Nizza trainierende Lagen-Spezialist hat gute Chancen auf den Gewinn einer WM-Medaille - es wäre die erste für Swiss Swimming seit 2007. Damals in Melbourne schwamm Flavia Rigamonti über 1500 m Crawl mit Europarekord zu Silber.

Vor der Tessinerin, die über die längste (und nicht-olympische) Strecke im Becken dreimal WM-Zweite geworden war (2001, 2005 und 2007), hatte die Schweiz 15 Jahre - und seit Dano Halsall (Silber) und Marie-Thérèse Armentero (Bronze) 1986 in Madrid - warten müssen. WM-Gold gab es für Swiss Swimming im Becken noch gar nie. 2011 an der WM in Schanghai hatte die Genferin Swann Oberson im Open Water über 5 km sensationell triumphiert.

"Ich bleibe ein Aussenseiter"

Desplanches bleibt trotz der guten Ausgangslage vorsichtig in seiner Einschätzung: "Eine Medaille wäre wunderbar. Aber mein Ziel bleibt eine Klassierung in den ersten fünf. Auch wenn es toll ist, dank der Bestzeit auf der Bahn Nummer vier zu schwimmen. Ich bleibe ein Aussenseiter."

Es gebe im Final fünf oder sechs Schwimmer, die seien schon schneller als er geschwommen", sagt der Genfer. "Ich bin zufrieden, wo ich bin, aber ich bin mir meiner Position in der Hierarchie bewusst. Damit es mir zu einer Medaille reicht, braucht es neben einer grossen Leistung von mir auch Ausrutscher meiner Konkurrenten." Er versuche, noch ein paar Zehntel zu finden. "Ich kann noch schneller", so Desplanches.