In seinen Statements räumte der Waadtländer Coach eigene Fehler ein, kritisierte aber auch die Finanz- und Einkaufspolitik des Berliner Fussballklubs. "Während meiner ganzen Zeit als Trainer von Hertha liess ich zu viele Kompromisse zu," sagte Favre. Ausserdem beklagte sich der ehemalige FCZ-Coach über die fehlende Investitionsbereitschaft beim Bundesliga-Schlusslicht. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich gegen die Mauer fahre." Ihm war missfallen, dass "es für uns total unmöglich war, Simunic oder Woronin zu halten".

Überraschend nahm Favre den früheren Manager Dieter Hoeness, von dem sich der Verein im Sommer getrennt hatte aus der Schusslinie: "Ich bin ihm dankbar, dass er mich engagiert hat." Die Trennung von Hoeness habe der Klub nicht gut verkraftet.

Den Vorwurf, die Profis hätten zuletzt auf dem Rasen gegen den Trainer gespielt, wies Favre entschieden zurück. Auch von einem zerrütteten Verhältnis mit dem Hertha-Captain Arne Friedrich mochte Favre nichts wissen.

Verbittert ist Favre wegen seiner Freistellung nicht, aber enttäuscht, dass ihm die Verantwortlichen nicht mehr Zeit einräumten, den Schaden zu beheben.

Bis Weihnachten will Favre seinen Wohnsitz in Berlin behalten. Danach beginnt die Zeit der Neuorientierung. Eine Rückkehr als Trainer bei einer Super-League-Mannschaft ist nicht geplant. Er wolle im Ausland bleiben. "Eine "gute und grosse" Liga ist das Ziel - und ein Verein soll es sein, der "ambitioniert ist".