Für Kramer ist es der erste Kranzfestsieg der noch jungen Karriere. Da zahlreiche Spitzenschwinger der Verbände Bern und Innerschweiz am Start waren, darf der Triumph des jungen Südwestschweizer Hoffnungsträgers als Sensation gewertet werden.

Marcel Bieri, der 23-Jährige aus Edlibach bei Menzingen, stieg mit einem halben Punkt Vorsprung auf Kramer in den Schlussgang. Der Sieger des letztjährigen Zuger Kantonalfests konnte jedoch nach rund vier Minuten gegen Kramers Übersprung-Angriff nichts ausrichten.

Lario Kramer weckt grosse Hoffnungen, dass der gebeutelte Südwestschweizer Verband in den nächsten Jahren lange nach Ernest Schlaefli und Hanspeter Pellet wieder einen erfolgreichen und attraktiven Schwinger stellen könnte. Kramers Notenblatt auf dem Stoos war ausgezeichnet. So bodigte er am Vormittag die Eidgenossen Alex Schuler und Mike Müllestein. Die einzige Niederlage musste er im 4. Gang gegen Reto Nötzli, einen weitere Innerschweizer Eidgenossen, hinnehmen.

Als sie 2014 letztmals auf dem Stoos zu Gast waren, stellten die Berner in Kilian Wenger und Christian Stucki die Ex-aequo-Festsieger. Diesmal ohne die aus verschiedenen Gründen fehlenden Wenger, Stucki, Matthias Sempach, Matthias Glarner und Florian Gnägi angetreten, drängten sich die Berner nicht in den Vordergrund. Sie zogen mit der für sie mageren Zahl von vier Kränzen ab.

Remo Käser blieb abermals weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Für den hoch gehandelten 21-jährigen Königssohn bleibt es in den Saisons 2017 und 2018 bislang beim geerbten Festsieg am Mittelländischen von Anfang Mai dieses Jahres in Habstetten ob Bern. Auf dem Stoos gewann er nur einen der ersten vier Gänge, bevor er wegen einer Verletzung aufgab.