Büchels Bruder Jonas spielt Cello, ihre Schwester Anja Violine. "Auch ich habe acht Jahre lang Geige gespielt, dann aber gemerkt, dass Sport eher mein Ding ist", erzählt sie dem "SonntagsBlick".

Damit geht sie in die Richtung ihres zweiten Bruders Jan, den Motorradfahrer, der in der Schweizer Meisterschaft des letzten Jahres in der höchsten Klasse sechster wurde. Sport ja, allerdings niemals mit 200 Stundenkilometern, betont Selina Büchel. Wenn Jan auf seiner Kawasaki mit seinen Gegnern hautnah um Positionen fighte, "habe ich schon Angst".

Als einziger Sprössling der Familie wohnt Selina Büchel noch bei den Eltern. Das habe den Vorteil, dass sie gleich von der Haustür weg jeden Tag mindestens einmal loslaufen könne, sagt die 23-Jährige. Neben dem Sport arbeitet sie zu einem Pensum von 30 Prozent als Raumplanungs-Zeichnerin. "Mein Arbeitgeber ist sehr grosszügig, ich kann dann im Büro sein, wenn es neben dem Training passt."

Der Hallen-Titel von Prag soll für Büchel nur Zwischenstation sein. "Mein grosses Ziel sind die Olympischen Spiele in eineinhalb Jahren in Rio", betont sie. "Bis dann will ich auch im Freien zu den Besten gehören."