Komornicki
Komornicki will Aarau verlassen

Aarau-Stürmer Christian Ianu wechselt vom FC Aarau zum FC Luzern. Und auch Trainer Ryszard Komornicki steht vor dem Absprung und wird den neuen Einjahresvertrag nicht unterschreiben. Die Differenzen mit der Vereinsführung sind kaum mehr zu kitten.

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Ryszard Komornicki

Ryszard Komornicki

Keystone

Von Felix Bingesser

Mit einer eindrücklichen Vorstellung hat der FC Aarau Meister Basel mit 3:1 vom Platz gefegt. Erstmals seit viereinhalb Jahren hat Aarau damit den Ligakrösus Basel wieder bezwungen. Mit einer feinen und hochkonzentrierten Vorstellung die nichts zu wünschen übrig liess und die einer insgesamt guten Saison die Krone aufgesetzt hat. Der FC Aarau hat sich damit vorzeitig die Ligazugehörigkeit gesichert und er hat weiter die Chance, den vierten Tabellenplatz zu erreichen und damit auch die leise Möglichkeit, sich für die lukrative und neu gegründete Europa League zu qualifizieren.

Sportlich also läuft es nach einer tollen Vorrunde und einem durchzogenen Frühling gut, doch die jüngste Sternstunde kann nicht kaschieren, dass es hinter den Kulissen brodelt und der FC Aarau vor einem Umbruch steht. Klar ist, dass Stürmer Christian Ianu mit einem Dreijahresvertrag zum FC Luzern wechselt. «Wenn er die Handbremse lösen kann, dann traue ich ihm in der neuen Saison sehr viel zu», sagt Luzern-Trainer Rolf Fringer, der auch weiter an einer Verpflichtung von Kristian Nushi interessiert ist. Für Nushi allerdings gibt es mehrere Interessenten. Nebst Klubs aus Deutschland sollen auch Sion und GC ihre Fühler nach dem Mittelfeldspieler ausgestreckt haben.

Von weit grösserer Tragweite ist, dass auch der Abgang von Trainer Ryszard Komornicki bevorsteht. Zwar liegt Komornicki ein neuer Einjahresvertrag vor. Doch diese längst angekündigte Vertragsverlängerung hat sich immer wieder hinausgezögert. Ein erster Vertragsentwurf musste auf Intervention von Komornicki nochmals überarbeitet werden. Dass man ihm damals mitgeteilt hat, er könne den neuen Vertrag «abholen», der Vertrag aber von Vereinsseite noch gar nicht unterschrieben war, wertet der Trainer als «Salamitaktik».

«Ich unterschreibe doch keinen Vertrag, auf dem die Unterschrift der Gegenpartei fehlt. Wenn man mich will, dann sitzt man gemeinsam an den Tisch und unterzeichnet ein solches Papier gegenseitig», sagt Komornicki. Ihn stört, dass diese Sache ständig hinausgezögert worden ist. «Wenn ich gewinne, bin ich ein guter Trainer, wenn ich verliere, bin ich ein schlechter Trainer. Das ist einfach keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich werde diesen neuen Vertrag nicht unterschreiben», sagt der Aarauer Coach. Will heissen: Der «alte» nicht befristete Vertrag mit dreimonatiger Kündigungsfrist läuft vorerst weiter. Komornicki will sich auf die letzten vier Saisonspiele konzentrieren. Doch für ihn ist klar: «So mache ich nicht weiter, ich plane nicht mit dem FC Aarau.»

Komornicki hat Kontakte nach Deutschland und es deutet derzeit alles darauf hin, dass er sich verändern will. An die Nieren gegangen ist dem Coach auch die «respektlose Behandlung» des vierten Schiedsrichters im Spiel gegen Basel. Aufgrund dessen Intervention wurde Komornicki auf die Tribüne verwiesen, «obwohl Christian Gross genauso reklamiert hat wie ich. Und dann hat mir der vierte Offizielle gar den Handschlag verweigert», so Komornicki, der sich beim Fussballverband schriftlich beschweren will. «Auch Schiedsrichter sind keine Halbgötter, auch sie haben grundsätzliche Anstandsregeln zu beachten», sagt Komornicki.

Ianu verlässt Aarau, auch der Trainer will weg, dazu werden auch Mario Mutsch und Paulo Menezes den Verein verlassen und auch Captain Frédéric Page hegt Abwanderungsgelüste. Die Verantwortlichen des FC Aarau sind gefordert. Mehr denn je zuvor.

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