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Kommentar: Ein Fall für Schumi

Ein Kommentar zum BMW-Ausstieg aus der Formel 1 und zum Comeback von Michael Schumacher

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François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

Aargauer Zeitung

François Schmid-Bechtel

Wer hat Benzin im Blut, ein Herz für Sauber und einen starken Bezug zur Schweiz? Wer hat einen Namen, der jede Tür aus den Angeln hebt? Wer hat haufenweise Geld und genug freie Zeit? Richtig! Michael Schumacher. Der Moment, um sich für die Steuervorteile gegenüber der Schweiz zu revanchieren, könnte nicht günstiger sein.

Nach der Swissair steht nun wieder eine Schweizer Premiummarke am Rande des Abgrunds. Wie einst die Swissair gilt auch der Sauber-Rennstall als Synonym für Präzision, Innovation und Topleistung. Wie einst die Swissair ist Sauber ein Imageträger mit globaler Strahlkraft. Viele solche Botschafter hat die Schweiz nicht mehr.

Es wäre nicht fair, allein Peter Sauber in die Pflicht zu nehmen, den Formel-1-Rennstall zu retten. Der Mann wird im Oktober 66. Sein Leistungsausweis ist enorm. Ausserdem hat er vor zwei Monaten in einem Interview gesagt, dass er nicht mehr an jedem Grand Prix am Streckenrand stehen will. Sauber hat es verdient, etwas kürzerzutreten. Aber er hat es nicht verdient, wenn sein Lebenswerk vor die Hunde geht.

Apropos Schumi: Der siebenfache Weltmeister will nun zwar wieder für den verletzten Felipe Massa ins Ferrari-Cockpit steigen. Da dieses Engagement nur temporär ist, könnte er nebenbei noch prima dem Peter Sauber aus der Patsche helfen. Ausserdem hat er mit dem Schweizer eh noch eine Rechnung offen. Denn es war Sauber, der ihm vor 20 Jahren den Einstieg in die Sportwagen-WM ermöglicht hatte.
francois.schmid@azag.ch