War es ein Fehler, den 18-jährigen Xherdan Shaqiri und den 20-jährigen Jona-than Rossini im Spiel gegen Uruguay ins kalte Wasser zu werfen? Nein. Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld war gezwungen, so zu handeln. Er brauchte die Gewissheit, dass der Shootingstar des FC Basel und der Tessiner aus der Serie B in ihrer Entwicklung schon so weit sind, um auf internationalem Niveau zu bestehen. Die beiden haben ihre Chance nicht genutzt. Sie werden eine zweite erhalten, aber erst nach der WM.

War es ein Fehler, auf Hakan Yakin zu verzichten? Nein. Der Künstler aus Luzern ist ein Phlegma. Er ist es gewohnt, mit minimalem Aufwand maximalen Ertrag zu erzielen. Insbesondere, wenn er sich in Sicherheit wiegt, seine Position unantastbar ist. Deshalb wird die ablehnende Haltung des Nationaltrainers einen positiven Effekt erzeugen. Yakin ist gekränkt. Doch Yakin braucht diesen Druck, um den inneren Schweinehund zu überwinden. Und das muss er tun, um an der WM ein entscheidender Faktor zu sein.

Trotz den eklatanten Defiziten, die unser Nationalteam beim 1:3 gegen Uruguay offenbarte, soll man diese Niederlage nicht dramatisieren. Denn mit jener Mannschaft, die am 16. Juni gegen Spanien ins WM-Abenteuer steigen wird, hatte die jüngste Ausgabe nicht viel gemein. Aber das 1:3 gegen Uruguay ist für all jene ein Warnschuss, die nach der Gruppenauslosung von Losglück gesprochen haben. Denn Chile ist nochmals ein anderes, grösseres Kaliber, als es Uruguay war.

François Schmid-Bechtel