Am ersten British Open in Nordirland seit 68 Jahren ist Brooks Koepka, Sieger von vier der letzten neun Turniere auf Grand-Slam-Stufe, schon nach der Auftaktrunde wieder bei den Leuten. Der 29-jährige Floridaner spielte beständig und nahezu fehlerlos. Das einzige Bogey unterlief ihm am vorletzten Loch. Mit zwei Schlägen Rückstand auf den allein führenden amerikanischen Aussenseiter J.B. Holmes hat er sich in eine vorzügliche Position gebracht.

Der Übergolfer Tiger Woods und Nordirlands Star Rory McIlroy haben schon nach 18 von 72 Löchern keinerlei Chancen mehr auf den Sieg am ältesten Turnier. Nach Runden von 78 respektive 79 Schlägen (7 und 8 über Par) liegen sie im hintersten Teil des 156-köpfigen Feldes. Beide werden am Freitag grösste Mühe haben, den Cut für die Finalrunden vom Wochenende zu schaffen. Hierfür müssten sie sich gewaltig steigern.

Der 15-fache Majorturnier-Sieger Woods liess zwischen dem 5. und dem 7. Loch vier Schläge liegen, und auch die Fortsetzung der Runde geriet nicht nach Wunsch. Für Woods rächt es sich in dieser Woche möglicherweise, dass er nach dem Triumph am US Masters im April nur gerade drei weitere Turniere bestritten hat, davon zwei Majors. Vielleicht müsste er sich in Zukunft wieder mehr Wettkampfpraxis geben.

McIlroys Desaster

Ausgerechnet vor dem eigenen Publikum erlebte Rory McIlroy eine Demütigung. Seine Leistung auf den Löchern 2 bis 17 war nicht gut, aber immerhin akzeptabel. Der Auftakt und der Schluss jedoch waren regelrechte Desaster. Am 1. Loch schlug er den Abschlag ins Out. Mit dem zweiten Ball fabrizierte er ein Doppelbogey, sodass er mit einem vierfachen Schlagverlust startete. McIlroy sagte nach der Runde, er sei auf dem ersten Abschlag nervös gewesen - aber nicht wegen des Umstands, dass er erstmals ein Majorturnier im eigenen Land bestritt. Am 18. Loch komplettierte er die üble Runde mit einem Triple-Bogey, drei Schlagverlusten. Am meisten ärgerte er sich jedoch über seinen Lapsus auf dem 16. Green. Dort wollte er den Ball aus kürzester Distanz einhändig ins Loch löffeln - was missriet.

Der Amerikaner Gary Woodland, Überraschungssieger am US Open im Juni, begann mit einer 74er-Runde (3 über Par), ebenfalls nicht gut, aber immer noch viel besser als Woods und McIlroy.