Knapper Sieg im Tiebreak gegen Deutschland

Schweizer Jubel nach dem letzten Stein

Schweizer Jubel nach dem letzten Stein

An der WM in Moncton (Ka) haben sich die Schweizer Curler via Tiebreaks für die Playoffs qualifiziert. Sie dürfen nun zumindest um Bronze spielen, aber auch die Goldmedaille ist noch möglich.

Das Team von Ralph Stöckli hatte nach dem 5:4 gegen China zum Abschluss der Round Robin gleichauf mit Deutschland, Norwegen und den USA im 3. Rang gelegen. Weiterkommen durften aber nur zwei Mannschaften aus diesem Quartett und so mussten Tiebreak-Spiele angesetzt werden.

In diesem Stechen setzten sich die Schweizer gegen Deutschland (8:7) und die Norweger gegen die USA (10:2) durch. Die beiden Sieger folgten Kanada und Schottland in die Playoffs und treffen am Samstag um 15 Uhr (MEZ) im Page-System-Spiel Dritter gegen Vierter aufeinander. Der Gewinner dieser Begegnung zieht in den Halbfinal ein, der Verlierer wird ins Spiel um Bronze verwiesen.

Die Schweizer Männer warten seit 2003 auf eine WM-Medaille. Damals in Winnipeg (Ka) hatten Ralph Stöckli und Simon Strübin mit ihren früheren Teamkollegen von St. Galler Bär Silber geholt.

Die Schweizer schafften die Basis zum Erfolg gegen Deutschland mit Dreier-Häusern im vierten und siebten End. Beide Male vermochten sie von deutschen Schwächen beim Take-out-Spiel zu profitieren. Stöckli machte den Triumph mit seinem allerletzten Stein mit einem gelungenen Take-out perfekt.

In der Round Robin hatte Basel-Regio gegen Andy Kapps Crew vom CC Füssen eine ärgerliche Niederlage kassiert (9:10 nach Zusatz-End). Für Ralph Stöckli und den deutschen Nationaltrainer Oliver Axnick war das erneute Duell sehr speziell, sind sie doch verschwägert.

Bis die Qualifikation für die Tiebreaks feststand, hatten sich die Schweizer in Geduld zu üben. In der Begegnung mit China herrschte Hochspannung bis zum Schluss. Die Equipe aus Harbin mit Skip Fengchun Wang, die im letzten Jahr in Grand Forks (USA) mit dem 4. Platz überrascht hatte, forderte den Schweizern alles ab. Stöckli stellte sich vor seinem allerletzten Stein die schwierige Aufgabe, eine "Guard" umspielen und punktgenau einen "Draw" ins Zentrum des Hauses legen zu müssen. Präzision im Millimeter-Bereich war gefragt. Stöckli löste die Aufgabe mit Bravour und bescherte seinem Team den fünften Sieg in Folge.

Der erste WM-Finalist in Moncton heisst nicht wie erwartet Kanada, sondern Schottland. Die Europameister um David Murdoch besiegten die Titelverteidiger um Kevin Martin im Page-System-Spiel Erster gegen Zweiter mit 7:5. Die Kanadier hatten bereits in der Round Robin gegen die Schotten den Kürzeren gezogen, in der Nacht auf Karfreitag unterlagen sie mit 5:6 nach Zusatz-End.

Im zweiten Aufeinandertreffen verspielten die Gastgeber ihre Chancen früh. Im vierten End gerieten sie vorentscheidend mit 1:4 in Rückstand. Skip Kevin Martin zeigte ungewohnte Schwächen.

An der letzten WM in Grand Forks hatte sich der Vergleich zwischen den beiden Top-Mannschaften ähnlich entwickelt. Wie in Moncton musste sich Kevin Martins Crew in der Round Robin nur einmal geschlagen geben, dahinter folgte David Murdochs Lockerbie CC mit acht Siegen und drei Niederlagen, und als es dann im Page-System-Spiel Erster gegen Zweiter zum Direktduell kam, setzten sich die Schotten durch. Im Final allerdings triumphierten die Kanadier. Ein gutes Omen für Kevin Martin?

Tiebreak-Spiele: Schweiz (Strübin, Eggler, Hauser, Stöckli) - Deutschland (Andreas Kempf, Holger Höhne, Andreas Lang, Skip Andy Kapp) 8:7. Norwegen (Thomas Ulsrud) - USA (John Shuster) 10:2. - Schweiz und Norwegen in den Playoffs.

Playoffs. Page-System-Spiel Erster gegen Zweiter: Schottland - Kanada 7:5. - Schottland im Final, Kanada im Halbfinal.

Page-System-Spiel Dritter gegen Vierter (Samstag, 15.00 Uhr MEZ): Schweiz - Norwegen. - Sieger im Halbfinal, Verlierer im Spiel um Bronze.

Für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar 2010) haben sich die Top Ten der Dreijahreswertung des Curling-Weltverbandes (WCF) qualifiziert: Kanada, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schottland (Grossbritannien), Norwegen, Schweden, Schweiz und USA.

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