Grund ist eine "unrechtmässige Buchführung während den vergangenen Jahren durch den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten und faktischen Geschäftsführer". Bossert liess in einer Replik ausrichten: "Die Vorwürfe, beziehungsweise die entsprechenden Punkte, sind nicht gerechtfertigt und zwingen mich ebenfalls dazu, rechtliche Schritte zu prüfen."

Es wird offenbar am 2. September noch ein letzter Versuch einer aussergerichtlichen Einigung auf dem Friedensrichter-Amt in Bülach angestrebt. Andernfalls wird sich wohl das Bezirksgericht Bülach mit dem Fall befassen.

Aus "Respekt gegenüber der vorherigen Klubführung" ( so Roger Kuhn, Geschäftsführer Kloten Sport AG) wird in der Medienmitteilung der Kloten Sport AG der vorherige Besitzer (VR-Präsident Peter Bossert) nicht namentlich erwähnt. Die Vorwürfe sind aber happig, wobei laut Kuhn die Kontrollinstanzen der National League über keinen Zugang in diesen Bereich der Buchführung verfügten und deshalb keine Mitschuld trügen.

Im Herbst 2009 habe der neue Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG unter Besitzer und Präsident Jürg Bircher festgestellt, dass die Lohnnebenkosten der Spieler in der Vergangenheit nicht korrekt erfasst und abgerechnet worden sind. "Ich kann mir diesen Vorwurf nur mit einer entsprechenden Auslegung der Gegenseite erklären", sagt Bossert.

Angeblich wurde durch eine externe Revisionsstelle herausgefunden, dass gewisse quellensteuerpflichtige und bei der Sozialversicherung beitragspflichtige Leistungen an ausländische Spieler ab 2004 nicht abgerechnet wurden. Einen vergleichbaren Fall gab es in den letzten Jahren beim HC Lugano.

In der Jahresrechnung der Flyers von 2008 hätten dafür Aufwände und Rückstellungen in der Höhe von knapp 900 000 Franken gebucht werden müssen. Der effektive Schaden beläuft sich nun auf über eine Million Franken. "Wir führen den Klub wie ein Unternehmen. Wir können es uns nicht leisten, dass wir am Staat vorbeiwirtschaften", sagt Kuhn.

Eingeklagt wird noch ein zusätzlicher Betrag über 740 000 Franken - eine Ausgabe, die durch die Falschkalkulation der Personalkosten der EHC Kloten Sport AG entstanden sei. Diese hätte "durch die Verpflichtung von günstigeren oder weniger Spielern vermieden werden können", lautet die Einschätzung der Kloten Sport AG.