Kloten Flyers
Kloten Flyers unter Zugzwang

Mit 2:0-Siegen führt der SC Bern in der Halbfinalserie gegen die Kloten Flyers. Roman Wick gehört zu den Spielern, die heute Abend die Wende für die Flyers erzwingen sollen.

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Roman Wick

Roman Wick

Marcel Kuchta

Flyers-Trainer Anders Eldebrink war sehr enttäuscht über den Auftritt seiner Mannschaft. Die 4:6-Heimniederlage im zweiten Playoff-Halbfinalspiel war schmerzhaft. Dem Schweden stiess vor allem die Tatsache sauer auf, dass viele seiner Spieler die Zonen, in denen man die Schmerzen abholt, mieden: nämlich vor den beiden Toren.

Zum selben Schluss kommt auch Kloten-Stürmer Roman Wick mit Blick auf den SC Bern. «Die Berner leisten mehr Drecksarbeit und haben sich gerade im zweiten Spiel einige dieser dreckigen Tore erarbeitet.» In der Tat fielen vier der sechs SCB-Treffer auf diese Art und Weise – nach Abprallern und nach Ablenkern. «Genau so muss man in den Playoffs das Glück erzwingen», sagt Wick, der seine Mannschaft im zweiten Spiel mit seinem frühen 1:0 noch einen idealen Start beschert hatte und fordert mit Blick auf das dritte Spiel: «Heute Abend müssen wir die Mannschaft sein, die sich solche Chancen erarbeitet.»

Wieso die Kloten Flyers gegen die Berner bisher mit Ausnahme von einigen guten Phasen mehrheitlich schlecht ausgesehen haben, ist auch für den 24-Jährigen nicht nachvollziehbar, zumal wir im Viertelfinal hatten gegen den HC Davos das Gefühl hatten, dass wir gegen eine spielerisch ebenbürtige Mannschaft die Differenz im physischen Bereich machen können und das auch schafften.»

Die Suche nach dem fixen Platz

Gerade von den designierten Leadern wie Roman Wick ist heute Abend ein Sondereffort gefragt. Der Nationalstürmer kam im bisherigen Verlauf der Playoffs noch nicht im gewünschten Mass in Fahrt. Er beurteilt seine Leistungen als «nicht schlecht», weiss er jedoch selber auch, dass noch Luft nach oben da ist. Wicks Problem ist, dass er – wie schon während der ganzen Saison – seinen fixen Platz in einer Sturmreihe noch nicht gefunden hat. Mal läuft er an der Seite des Finnenduos Tommi Santala/Kimmo Rintanen, mal im nominell dritten Block neben Michael Liniger und Marcel Jenni. «Es gibt Spiele, da läuft es mit den Finnen hervorragend, dann aber wieder gar nicht», erklärt er die ständigen Rochaden.

Roman Wick hat an den Olympischen Spielen in Vancouver eindrückliche Kostproben seines Könnens abgeliefert, war der beste Schweizer und hat sich in die Notizbücher der NHL-Talentspäher gespielt. «Es ist mir persönlich dort sehr gut gelaufen und ich konnte viel lernen», blickt er auf ein gelungenes Olympiaturnier zurück. Doch sowohl Vancouver wie auch die NHL-Träume geniessen derzeit nur zweite Priorität. Alles, was jetzt zählt, sind die Playoffs. Und die sollen für Wick und die Flyers noch so lange wie möglich dauern. Auch deshalb ist ein Sieg heute Abend in der Berner Postfinance-Arena schon fast Pflicht. Bei einem 0:3-Rückstand wird die Aufgabe für Kloten praktisch unlösbar. Selbst wenn Roman Wick sagt: «In den Playoffs ist immer alles möglich.»

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