Kleiner Mann für grosse Aufgaben

Sein Wechsel von YB zum FCB löste in Bern Empörung aus. Doch Gilles Yapi ist seinem Herzen gefolgt. «Der FCB ist schon ein grosser Verein, YB erst auf dem Weg dazu», so der Ivorer. Beim FCB soll er die Fäden in der Offensive ziehen.

Drucken
Teilen
Kleiner Mann für grosse Aufgaben

Kleiner Mann für grosse Aufgaben

Fabian Kern

Er war der Zankapfel in der vergangenen Winterpause. Dabei passt Streiten so gar nicht zum zurückhaltenden Gilles Yapi. «Ich werde eigentlich nie laut. Am liebsten drücke ich mich durch mein Fussballspiel aus», sagt der 28-Jährige.

Dass der feingliedrige Mann von der Elfenbeinküste beim FC Basel gelandet ist, ist nicht selbstverständlich, denn es gab namhafte Mitbieter. «Die interessantesten Klubs neben Basel waren Lille und Borussia Dortmund», verrät Yapi. Die Basler hatten sich aber am meisten um den damaligen YB-Regisseur bemüht: «Sie haben alles für mich gemacht. Nun möchte ich dem Klub etwas zurückgeben.»

YB schwächen?

Vonseiten der Young Boys wurde oft kritisiert, der FCB habe Yapi vor allem geholt, um YB zu schwächen. Thorsten Fink aber wird nicht müde, zu betonen, dass man bei einem solch guten Mann einfach sofort handeln müsse. «Er ist technisch sehr stark. Wir haben ihn als Säule geholt», sagt der FCB-Trainer.

Der Zeitpunkt war ihm selbst nicht unbedingt gelegen gekommen, denn dadurch fühlte sich Antonio da Silva hintergangen. Fink schätzt Yapi aber stärker ein als den Brasilianer: «Im Gegensatz zu Toni spielt er schnörkellos. Das gefällt mir.»

Bescheidener Leader

Seine Rolle beschreibt Yapi bescheiden als «Verbindung zwischen Abwehr und Angriff». In der Praxis wird das aber wohl etwas anders aussehen. Der Ivorer wurde als Regisseur geholt, der den Spielrhythmus bestimmen soll. Dennoch, auch diese Rolle gefällt Yapi gut, denn er beschreibt seine Aufgabe damit, seine Mitspieler «gut spielen zu lassen». Der Afrikaner könnte für den FC Basel also zum Volltreffer werden, denn an Stars ist der Double-Gewinner schon reich genug. Deshalb sieht Yapi es auch eher als Vorteil denn als Nachteil, dass er nicht der alleinige Leader im Team ist: «Es ist einfacher, wenn sich der Druck auf mehrere Schultern verteilt.»

Druck wird Rot-Blau in dieser Saison haben. Der Meister gilt als das Team, das es zu schlagen gilt. Dennoch spricht beispielsweise Alex Frei davon, dass durch die beiden Titel sehr viel Druck von ihm abgefallen sei. Marco Streller macht in der Region eine Zufriedenheit aus, wie er sie «schon lange nicht mehr gespürt» habe. Die Anhängerschaft honoriert nicht nur die Erfolge, sondern auch die Art und Weise, wie sie zustande gekommen sind: mit Kampf, Leidenschaft und Offensivfussball. «Das Wichtigste ist, dass die Leute spüren, dass wir immer unser Bestes geben», sagt Fink.

«Sehr stolz, in Basel zu sein»

Sein Bestes geben will auch Gilles Yapi. «Ich will alles machen, um Basel zu helfen, in die Champions League zu kommen und weitere Titel zu gewinnen», sagt der Mittelfeldspieler. Mit seiner Spielweise kann er die Basler Offensive stabilisieren. «Ich erwarte, dass wir mit Yapi über die Saison konstanter werden», meint Fink. Und auch Stürmer Streller freut sich auf das Zusammenspiel mit seinem neuen Teamkollegen: «Er ist ein Mann, der den letzten Ball spielen kann.»

Man darf gespannt sein, wie das neue Gespann im zentralen Mittelfeld harmonieren wird. Fink will am System nichts ändern und Yapi nicht vor, sondern neben Huggel spielen lassen. Dem Regisseur ist das recht. Er findet für seinen neuen Arbeitgeber nur Lob und vergleicht den Verein gar mit Olympique Marseille und Bayern München. Kein Wunder sagt er: «Ich bin sehr stolz, in Basel zu sein.»

Aktuelle Nachrichten