Wo sind die Dopingsünder?
Keine Dopingfälle: Sind jetzt alle plötzlich sauber?

17 Etappen sind an der Tour de France gefahren und noch kein einziger Dopingsünder wurde ausgemacht. Zumindest nicht öffentlich. Besteht das Fahrerfeld plötzlich nur noch aus Saubermännern?

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Doping Velosport
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Die Organisation der Kontrollen Der Welt-Radsport-Verband leitet die Tests. Nur er hat Zugriff auf Ergebnisse von Tests. Tour-Organisator ASO assistiert, hat aber keinen Einfluss auf die Organisation. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA agiert als Beobachter und veröffentlicht nach der Tour einen Bericht. Die ASOFranzösische Firma, die auf die Organisation von grossen Sport-Veranstaltungen spezialisiert ist. Wegen der Kontrollen hat sie sich letztes Jahr mit der UCI verkracht. Der Zwist wurde auf diese TdF beigelegt. Die WADADie Anti-Doping-Agentur ist berüchtigt für ihre strengen Regeln, an die sich alle Sportverbände weltweit halten müssen. Bereits kleinste formale Fehler können einem Sportler jahrelange Sperre einbrocken. Die UCIDer Radsport-Verband organisiert Weltmeisterschaften sowie Cups. Sein Drang nach alleiniger Kontrolle über die Durchführung von Dopingtests sorgt regelmässig für Kontroversen.

Die Organisation der Kontrollen Der Welt-Radsport-Verband leitet die Tests. Nur er hat Zugriff auf Ergebnisse von Tests. Tour-Organisator ASO assistiert, hat aber keinen Einfluss auf die Organisation. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA agiert als Beobachter und veröffentlicht nach der Tour einen Bericht. Die ASOFranzösische Firma, die auf die Organisation von grossen Sport-Veranstaltungen spezialisiert ist. Wegen der Kontrollen hat sie sich letztes Jahr mit der UCI verkracht. Der Zwist wurde auf diese TdF beigelegt. Die WADADie Anti-Doping-Agentur ist berüchtigt für ihre strengen Regeln, an die sich alle Sportverbände weltweit halten müssen. Bereits kleinste formale Fehler können einem Sportler jahrelange Sperre einbrocken. Die UCIDer Radsport-Verband organisiert Weltmeisterschaften sowie Cups. Sein Drang nach alleiniger Kontrolle über die Durchführung von Dopingtests sorgt regelmässig für Kontroversen.

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Das sind mehr Proben als je zuvor, wie der Verband nicht ohne Stolz mitteilt. Erstaunlich dabei: alle Proben sind negativ, auch die von Lance Armstrong. Man erinnert sich an Kübel voll gebrauchter Spritzen, ausgeschlossene Fahrer, an Razzien der Polizei, die die Tour der vergangen Jahre prägten.

Ist der Radsport jetz plötzlich drogenfrei geworden? Nein. «Wie viele Tests durchgeführt werden, spielt keine Rolle. Wichtig sind Zeitpunkt und Berechenbarkeit der Kontrollen», sagt dazu Matthias Kamber. Die Tests an der Tour de France seien für Fahrer heute vorhersehbar.

Dadurch hätten Doper die Möglichkeit, sich auf einen Test vorzubereiten und Proben clean abzugeben. Mit anderen Worten: Erwischt werden nur noch die ganz Dummen. Allein ist Kamber mit seiner Einschätzung nicht.

Fehlende Glaubwürdigkeit

Anti-Doping-Experte Werner Franke: «Die Tour ist eine radelnde Satire. Die erzählen schon seit Jahren, dass die Tour sauber ist. Das ist ein Witz. Die Kontrollen sind so genormt, dass gar keiner erwischt werden kann. Die Glaubwürdigkeit der UCI ist nicht existent», sagte er.

An Glaubwürdigkeit büsst der Radsportverband auch ein, weil nur er alleine Zugriff auf die Ergebnisse der Dopingtests hat.

«Eigenblutdoping, von dem ich annehme, dass es weit verbreitet ist, konnte lange Zeit nicht nachgewiesen werden», erklärt Kamber. Mit den neu eingeführten Blutpässen der UCI könnten diese Missbräuche jetzt aufgedeckt werden. «Weil der Welt-Radsport-Verband aber niemandem Zugriff auf die erfassten Daten gibt, bleiben diese für uns ohne Nutzen», erklärt Matthias Kamber.

«Wer gegen das Mehraugenprinzip verstösst, schadet damit automatisch seiner Glaubwürdigkeit.» (mik)

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