Barrage Lugano - Luzern

Kann Rolf Fringer das Luzerner Wunder vollenden?

Rolf Fringer trifft heute Abend im Barrage-Hinspiel mit dem FC Luzern auswärts auf Lugano

Rolf Fringer trifft heute Abend im Barrage-Hinspiel mit dem FC Luzern auswärts auf Lugano

Mit zwei Punkten aus 12 Spielen hat Rolf Fringer den FC Luzern im Herbst als abgeschlagenes Schlusslicht in der Axpo Super League übernommen.

Heute Abend (20.15 Uhr in Lugano) und am Samstag (18.45 Uhr in Luzern) könnte der gebürtige Österreicher die Innerschweizer in der Barrage vor dem Abstieg bewahren. Die Rettung der Luzerner müsste als Wunder betrachtet werden, wenn man die ganze Saison Revue passieren lässt. In den letzten 20 Jahren vermochte sich kein einziger Schweizer Klub vor dem Fall in die zweithöchste Liga zu retten, wenn er mit einer ähnlich schwachen Bilanz in die Saison gestartet war.

Aus diesem Blickwinkel gesehen ist es bereits ein kleines Wunder, dass Fringer, der am 27. Oktober beim FCL als dritter Coach in der laufenden Saison anheuerte, seine Mannschaft überhaupt noch in die Barrage retten konnte. Fringers Kunst war es gewesen, die Spieler mental wieder auf Vordermann zu bringen. Sein Optimismus und der stete Glaube an das beinahe Unmögliche hatten sich trotz vieler unglücklicher Niederlagen auf die ganze Mannschaft übertragen. Spieler, die zuvor ein Schatten ihrer selbst waren und kurz vor der Entlassung standen, reiften zu unverzichtbaren Schlüsselspielern.

Die Luzerner sind in der Barrage gegen Lugano trotz des miserablen Saisonstarts favorisiert. Vor allem in der Rückrunde hatten sie als fünftbestes ASL-Team gezeigt, dass sie genügend Substanz für die höchste Liga besitzen. Zweimal in den bisherigen fünf Barrage-Jahren aber hatte ein Unterklassiger (Bellinzona vor einem Jahr gegen St. Gallen und Sion 2006 gegen Neuchâtel Xamax) die Überraschung geschafft. Dies sollte Warnung genug sein.

Herausforderer Lugano gefällt sich in der Aussenseiterrolle. Von den Tessinern erwartet kaum einer den Aufstieg. Schon gar nicht die eigenen Fans, die trotz 22 Siegen in 30 Spielen nur für den sechsthöchsten Zuschauerschnitt (1349) in der Challenge League sorgten. Die Stärke der Luganesi liegt eindeutig im Angriff: Der erst 20-jährige Topskorer Vincenzo Rennella (24 Tore), Bruno Valente (11), Carlos Da Silva (10) und Pascal Renfer (9) erzielten diese Saison 54 der ingesamt 72 Treffer. Doch hinter der Verfügbarkeit von Rennella steht ein grosses Fragezeichen. Der Italiener musste am 3. Mai am Meniskus operiert werden, spielte danach am 25. Mai gegen St. Gallen erstmals wieder und verspürte seither wieder Schmerzen im Knie.

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