Basketball

Kalifornische Gelassenheit, kanadische Euphorie

Von Golden States Stephen Curry werden auch in diesem NBA-Final Grosstaten erwartet

Von Golden States Stephen Curry werden auch in diesem NBA-Final Grosstaten erwartet

Die Golden State Warriors greifen im Playoff-Final der NBA nach dem vierten Titel in fünf Jahren. Ihre Gegner, die Toronto Raptors, hoffen - von der Euphorie getragen - auf den grossen Coup.

Dass die Warriors wieder im Final stehen würden, war vor der Saison gemeinhin erwartet worden. Zu überlegen hat das Team aus Oakland in den letzten Jahren agiert, als dass irgendjemandem zugetraut worden wäre, den Titelverteidiger zu stürzen. Am Montag vor einer Woche stellten die Kalifornier mit einem Sieg in Portland den Finaleinzug sicher und schafften dabei Historisches. Zum fünften Mal in Folge stehen die Warriors im Endspiel. Das hat seit den Boston Celtics um den legendären Rekordsieger Bill Russell (11 Titel) kein Team mehr erreicht, wobei die Celtics zwischen 1957 und 1966 sogar zehnmal in Serie im Endspiel standen.

Der Weg zu dieser denkwürdigen Marke war für Golden State indes nicht einfach und von einigen Turbulenzen geprägt. In der ersten Runde verspielten die Warriors gegen die Los Angeles Clippers zweimal eine deutliche Führung, gegen Houston war die Serie zwischenzeitlich ausgeglichen (2:2), und gegen Portland waren drei der vier Partien hart umkämpft.

Seit sechs Spielen ist das Team von Steve Kerr nun aber ungeschlagen, was umso mehr überrascht, als dass ihnen in dieser Zeitspanne mit Kevin Durant einer der Stars aufgrund einer Wadenverletzung fehlt und mit DeMarcus Cousins ein anderer bisher fast die gesamten Playoffs verpasst hat. Doch mit Stephen Curry, Klay Thompson und Draymond Green haben die Warriors weitere All Stars in ihren Reihen. Da diese in Abwesenheit von Durant und Cousins zuletzt wieder ähnlich prägend auftraten wie bei den Titelgewinnen 2014 und 2015, wäre alles andere als die vierte Trophäe in fünf Jahren eine Überraschung. Zumal ihnen mit den Toronto Raptors ein Team gegenübersteht, das es noch nie so weit geschafft hat.

Die "Raubvögel" haben jedoch in den Playoffs gezeigt, dass sie ein äusserst unangenehmer und spielstarker Gegner sind. Die Hoffnung der Fans auf den grossen Coup lastet auf Kawhi Leonard. Der 27-Jährige ist kein Mann der grossen Worte, aber der grossen Taten. Im entscheidenden Spiel der zweiten Runde gegen Philadelphia stellte er mit einem Korb in allerletzter Sekunde das Weiterkommen sicher. Und im Halbfinal gegen die Milwaukee Bucks, das beste Team der Qualifikation, führte er sein Team nach zwei Niederlagen zu vier Siegen in Folge und löste in der grössten Stadt Kanadas eine riesige Euphorie aus. Zudem sind die Raptors breiter und ausgeglichener besetzt, was vor allem bei einer langen Serie ein Faktor werden könnte.

Der Final beginnt in der Nacht auf Freitag. Die ersten beiden Spiele finden in Toronto statt.

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