Im Viertelfinal hatten die Schaffhauser Göppingen ausgeschaltet. Bereits im Sommer (in der verpassten Qualifikation zur Champions League) besiegten sie mit Lemgo und Celje zwei andere Handball-Schwergewichte. Die Kadetten haben die internationale Szene in den letzten Monaten kräftig aufgemischt.

"Wenn wir alle nahe am Optimum spielen, wird es reichen." Manuel Linigers Prognose klingt selbstbewusst. Sie passt zu den Schaffhausern. Die Kadetten haben in dieser Saison kaum ein wichtiges Spiel verloren. Dass die Nummer 1 der NLA auch international konkurrenzfähig ist, hat Schaffhausen im Europacup mehrfach nachgewiesen.

Fünf Minuten vor Schluss führte der Schweizer Vertreter in Flensburg mit zwei Toren Vorsprung. Der Top-Verein aus der Bundesliga benötigte einen Sondereffort, um den Coup des Aussenseiters zu verhindern. Nach dem 31:30 war im Lager der Deutschen von einem Ausrutscher die Rede. In ihrer (Selbst-)Analyse fanden die Kadetten nur am Rande statt.

"So werden wir uns nicht noch einmal präsentieren", kündigte der schwedische Coach Per Carlén an. Für den zweifachen Champions-League-Finalisten ist ein Out gegen eine Schweizer Equipe kaum denkbar. Ein Scheitern käme für das Ensemble mit elf Nationalspielern aus Schweden und Dänemark einer veritablen Blamage gleich.

Dass den Kadetten der Erfolg in Norddeutschland spät noch entglitten ist, wertet Liniger nicht als Nachteil. Das Ergebnis sei sogar fast perfekt. "Wenn wir sie schlagen, sind wir zu 99 Prozent weiter. Ich rechne mit weniger Toren als im Hinspiel." Sollte der Finalvorstoss gelingen, wäre der Erfolg für Liniger "das Grösste für den Schweizer Handball" seit Jahren.