Handball

Kadetten Schaffhausen haushoher Favorit im Playoff-Final

Kadetten Schaffhausen streben den nächsten Titel an

Kadetten Schaffhausen streben den nächsten Titel an

Kadetten Schaffhausen peilt nach sieben Titeln innerhalb von zehn Jahren gegen den krassen Aussenseiter St. Otmar den nächsten Playoff-Erfolg an. Im Endspiel kommt es zu einem Duell der Gegensätze.

Die Bedeutung der Qualifikation und der anschliessenden Finalrunde ist relativ. Im Playoff beginnt eine neue Zeitrechnung - für Favoriten und Aussenseiter gleichermassen. Pfadi beispielsweise hatte die Liga während über einem halben Jahr dominiert, ehe St. Otmar die Nummer 1 stoppte. Winterthur bezahlte für das Marathonprogramm mit dem erfolgreichen Cup-Final-Four-Weekend in der Knock-out-Phase einen hohen personellen Preis. Das medizinische Bulletin wurde länger, der Druck grösser, ehe der totale Zusammenbruch folgte.

St. Otmar hingegen, seit dem Double-Gewinn vor 14 Jahren an der Spitze auch wegen wirtschaftlicher Abstürze nicht mehr in Erscheinung getreten, beeindruckte im entscheidenden Moment mit einem ausgeprägten Spirit. Mit den lange vorwiegend unberechenbaren Ostschweizern hatte im Prinzip niemand ernsthaft gerechnet. Nur schon der Vorstoss unter die Top 4 galt angesichts ihres knapp bemessenen Kaders schon als überdurchschnittliche Performance. Und im ersten Teil der Saison tat sich die vereinzelt genügsame Equipe ausgesprochen schwer, an die Schmerzgrenze zu gehen.

Im kleinen, aber feinen Ensemble von Trainer Predrag Borkovic ist die Abhängigkeit von der ausländischen Aufbau-Achse exemplarisch hoch. Dem exzellenten Angriff um den Spielmacher Tomas Babak gewährt der Coach praktisch keine Pause. Zusammen mit seinen deutlich über 1,90 m langen Rückraumpartnern Jakub Szymanski und Vedran Banic produzierte der Hoffnungsträger der tschechischen Nationalmannschaft in der Serie gegen Pfadi 56 Prozent der 114 Treffer.

Der kompromisslosen Arbeiter-Auswahl und ihrem überragenden Keeper Martin Galia wird im Endspiel nun aber ein Team gegenüberstehen, das von den letzten sieben Playoff-Finals sechs gewonnen hat. Die Kadetten sind auf Erfolg getrimmt. Die vom Industriellen Giorgio Behr aufgebaute und finanzierte Organisation bewegt sich im Normalfall auf einer anderen Ebene als die nationale Konkurrenz. Sie ist für europäische Aufgaben entworfen worden.

Die NLA bietet Schaffhausen oft zu wenig Reizpunkte. In Tat und Wahrheit peilt die Gruppe von in- und ausländischen Stars primär die Champions-League-Bühne an. Dass dann und wann der Fokus verloren geht, ist nicht auszuschliessen - und in dieser Saison sogar während geraumer Zeit passiert. Sieben von zehn Finalrunden-Partien verlor der Titelträger, aber eben trotzdem nie die Zuversicht, im Finish den Rhythmus markant anheben zu können. Gegen Wacker Thun setzte sich Schaffhausen in den Halbfinals souverän 3:0 durch.

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