Die Kadetten erreichten als Vierte der Gruppe C die Runde der besten 16. Gegen Montpellier ist der Schweizer Meister krasser Aussenseiter. Dass die Schaffhauser zu einem Exploit fähig sind, bewiesen sie beim 32:29-Heimsieg gegen Medwedi Tschechow. Die Russen hatten in der vergangenen Saison in der Königsklasse die Halbfinals erreicht, nachdem sie im Viertelfinal im Penaltyschiessen ... Montpellier ausgeschaltet hatten. Zudem dürften sich die Kadetten ans letzte Jahr erinnern, als sie im EHF-Cup unter anderem die Bundesligisten Göppingen (Viertelfinal) und Flensburg (Halbfinal) bezwangen.

Montpellier schaffte den Sprung in die Achtelfinals als Sieger der Gruppe B; die Südfranzosen liessen mit 16 Punkten aus zehn Partien unter anderem Bundesliga-Leader Hamburg und Veszprém (Un) hinter sich. Und dies, obwohl sie in den ersten drei Begegnungen zwei Niederlagen erlitten. Ein Name überstrahlt im Kader von Montpellier alle: Nikola Karabatic, der derzeit beste Spieler der Welt. Der wuchtige Aufbauer trug wesentlich dazu bei, dass die "Equipe tricolore" mit dem Olympiasieg 2008, den Weltmeistertiteln 2009 und 2011 sowie EM-Gold 2010 Handball-Geschichte schrieb. Bei der diesjährigen WM wurde der Welthandballer von 2007 zum wertvollsten Spieler gekürt.

Mit William Accambray, einer der Entdeckungen in Schweden, Samuel Honrubia und Michael Guigou figurieren drei weitere Weltmeister im Team des französischen Serienmeisters (11 Titel in den letzten 13 Jahren). Derzeit liegt die Equipe von Trainer Patrice Canayer, der dieses Amt seit 1994 inne hat, in der heimischen Liga mit 15 Siegen in 16 Spielen hinter Chambéry allerdings nur auf Rang 2.

Das Duell gegen Montpellier ist für Präsident Giorgio Behr ein "absoluter Höhepunkt" in der Vereinsgeschichte. Dass sein Team auf dem Papier chancenlos ist, sei das Schöne daran. "Wir müssen nicht gewinnen, sie schon. Wir werden uns nicht verstecken." Wenn alle fit seien, hätten auch sie ihre Chance. Wie fällt sein bisheriges Fazit aus? "Ich bin mit der Mannschaft ausserordentlich zufrieden", so Behr. "Wir sind unter den besten 16 Teams Europas, obwohl wir nie zu Hause (die Halle in Schaffhausen genügt den Anforderungen in der Champions League nicht - Red.) spielen konnten."