Eddy Schambron

«Das ist sehr schade», fasste Hubi Andermatt, OK-Präsident des Jugend- und Oldtimer-Motocross Merenschwand, den Samstag zusammen. Alles war bereit, aber weil es immer wieder regnete, konnte nur gerade das Rennen der 150-er-Kategorie gestartet werden. «Nicht zu verantworten wäre der Start der Kinder mit ihren 50-er- und 65-er-Maschinen gewesen.» Der Boden war schmierig, die 50-er-Motorräder mit ihren Automatikgetrieben wären nicht durch den Dreck gekommen und für die Fahrerinnen und Fahrer der 65-er-Kategorie wäre die Strecke zu anstrengend geworden. «Ausgerechnet zu unserem 10-Jahr-Jubiläum spielt das Wetter nicht mit», bedauerte Andermatt.

Viel Dreck - und Petrus ohne Einsicht

Im Fahrerlager prägten Dreck und Spurrinnen das Bild. Wohnmobile einzelner Eltern, die mit ihren Töfffahrenden Kindern den Heimweg antraten, mussten mit dem Traktor aus dem Gelände gezogen werden. Die Motorräder, die am Vormittag noch beim Training gestartet worden waren, wurden am Nachmittag wieder gereinigt. Nur die Kinder selber schienen sich an den misslichen Verhältnissen nicht zu stören- abgesehen natürlich von der Tatsache, dass sie nicht starten konnten. Sie wateten in Stiefeln im Schlamm herum und hofften, wie die Organisatoren, auf besseres Wetter am Sonntag.

Die Hoffnungen wurden nicht erfüllt. Um 8 Uhr am Sonntag wurde der Abbruch beschlossen. «Die Piste war zu schmierig», erklärt Hubi Andermatt. Der Aufwand für den Abtrag der Erde wäre zu gross gewesen. Zuschauer wären jedoch gekommen: «Wir mussten zahlreiche Leute wieder heimschicken», bedauert Andermatt. Finanziell war das kein Problem: «Wir müssen kein Geld verdienen, sondern finanziell nur rauskommen.» Deshalb wird am Jugend-Motocross Merenschwand, das zur Schweizer Meisterschaft zählt, auch kein Eintritt verlangt. 70 Sponsoren helfen mit, den Anlass zu finanzieren. Gegen 50 Helferinnen und Helfer arbeiten gratis, damit die 5- bis 18-jährigen Kinder und Jugendlichen ihre Motorräder über die Piste jagen können.

Das letzte Motocross?

Möglicherwiese war das 10. Jugend- und Oldtimermotocross Merenschwand das letzte, zumindest in dieser Form. «Wir haben damals gesagt, wir machen das zehn Mal und schauen dann weiter», bestätigt Hubi Andermatt. Er wird, zusammen mit anderen Kollegen, nach diesem Rennen das OK verlassen und kann eine Nachfolge heute nicht garantieren.

«Vielleicht kann der Anlass, der heute ein gewisses Stammpublikum hat und beliebt ist, in einem einfacheren Rahmen weiterhin durchgeführt werden», hofft der OK-Präsident. Bauer Josef Fischer, der das Land zur Verfügung stellt, wäre wohl dabei, wie Andermatt vermutet. «Von ihm konnten wir immer alles haben. Dadurch ist die Durchführung des Anlasses überhaupt erst ermöglicht worden.»