FC Aarau

Jetzt packt Fritz Hächler aus

Fritz Hächler

Fritz Hächler

Bald gehts zurück zu Haus, Hof und Traktor. Zuvor erklärt Fritz Hächler noch, weshalb er tatsächlich seinen Hut nahm, wie er seinen Ruf retten will - und welche Giftpfeile unter den FCA-Platzhirschen flogen.

Ruedi Kuhn

Eigentlich wollte Fritz Hächler gestern nicht an die Medienkonferenz des FC Aarau im Brügglifeld kommen. Schliesslich ist der Grossbauer aus Staufen seit Dienstag nicht mehr Sportchef und nicht mehr Verwaltungsrat. «Aber», sagt der in der hintersten Reihe sitzende Hächler, «ich muss einige Dinge klarstellen. Es geht in dieser ganzen Geschichte ja auch um meinen guten Ruf.»

Was Anfang dieser Woche alles in den Zeitungen stand, geht nach Ansicht von Hächler auf keine Kuhhaut. Da werden laut Hächler vor allem in der Hauszeitung des FC Aarau – so bezeichnet er die Aargauer Zeitung – Unwahrheiten der gröberen Art verbreitet. Der 64-jährige Rinderzüchter legt grossen Wert darauf, dass er als Sportchef selbst zurückgetreten ist und nicht vom Verwaltungsrat in die Wüste geschickt wurde. Als Beweis zeigt er allen Anwesenden sein Rücktrittsschreiben vom 9. Februar, das er selbst und Hals über Kopf in die Tasten gehauen und in den Briefkasten geworfen hat.

Ist doch verständlich, dass Fritz Hächler sein Gesicht wahren und sich einen schönen Abgang verschaffen will. Für sein Eigenwohl verbrüderte er sich unlängst sogar mit der Boulevardpresse. «Glücklicherweise», so Hächler energisch, «schreibt wenigstens der ‹Blick› noch die Wahrheit, die ganze Wahrheit.»

Hoppla. Diese kecke Aussage konnte und wollte Vizepräsident Roger Geissberger nicht auf sich sitzen lassen. Schliesslich hatte Hächler da behauptet, Geissberger hätte dem vor einem halben Jahr entlassenen Trainer Jeff Saibene einen Zweijahresvertrag angeboten und damit ein finanzielles Loch in Höhe von 400000 Franken angerichtet. «Das», so Geissberger, «stimmt nun wirklich nicht.» Spätestens jetzt wird klar, dass Knecht-Reisen-Direktor Geissberger und Bauer Hächler das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. «Und überhaupt», so Hächler, «muss ich nun wohl oder übel Klartext sprechen. Mit dem Geissberger konnte ich einfach nicht länger zusammenarbeiten.»

Aha. Ist es also doch so wie schon lange vermutet. Die beiden Platzhirsche haben ein zwischenmenschliches Problem. Das ist kaum zu glauben, spendet Hächler den Aarauer Spielern als Abstiegsgeschenk doch ein Essen. «Die Verwaltungsratsmitglieder», so Hächler grinsend, «sind allerdings nicht
eingeladen.»

Und was erfuhr man an der Medienkonferenz sonst noch? Einen Nachfolger von Hächler gibts noch nicht. Fürs Erste ist Verwaltungsrat Urs Bachmann interimistisch als Sport-Koordinator tätig. Zudem hat der FC Aarau einen neuen Torhütertrainer. Der Mann heisst Fred Zbinden, nennt sich Management-Trainer und wohnt in Nürensdorf im Bezirk Bülach. Die Postleitzahl ist 8309. Nürensdorf liegt je nach Quellenangabe auf 502 oder 650 Metern und hatte Ende 2008 exakt 4953 Einwohner. Es war ursprünglich ein Bauerndorf. Heute gibts immer noch 23
kleine und grosse Landwirtschaftsbetriebe, die selbsttragend arbeiten.

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