Super League
Jeder Verein ist so gut wie seine Arena

Der Stadiontest zeigt: In schlechten Stadien wird schlecht gespielt. Und der Zürcher Letzigrund beweist, dass ein neues Fussballstadion ist noch lange kein gutes Stadion – dafür braucht es mehr.

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Jeder Verein ist so gut wie seine Arena
9 Bilder
2. Stade de Suisse
3. Gersag
4. AFG-Arena
5. Maladière
6. Tourbillon
7. Letzigrund
8. Brügglifeld
9. Stadio Comunale

Jeder Verein ist so gut wie seine Arena

Benno Tuchschmid

«Ins Letzigrund-Stadion geht niemand freiwillig», sagt Stadionexperte Peter Jauch. Der Sportmanager hat sowohl das Stade de Suisse wie auch den St.-Jakob-Park geplant. Für den Letzigrund hat er nur Verachtung übrig. Für ihn ist klar, wieso das Stadion in Zürich missraten ist: «Sobald die öffentliche Hand Stadien baut, kommt es nicht gut.» Im Stadion-Test kommt der Letzigrund nur auf den siebten Rang.

Die Zürcher Arena sehe zwar architektonisch schön aus, erfülle aber die Anforderungen eines modernen Stadions nicht im Geringsten: «Das Wichtigste ist heute eine gute Infrastruktur – für VIPs und normale Besucher», so Jauch. In Zürich habe die Stadt ein Stadion hingepfuscht, dafür müssten nun GC und der FC Zürich büssen.

Top-Klubs in Top-Stadien

Der Stadiontest dieser Zeitung zeigt: Es gibt eine Verbindung zwischen der aktuellen Tabelle der Super League und der Qualität der Stadien. Die beiden besten Fussballklubs der Schweiz spielen in den besten Stadien. YB im Stade de Suisse, der FC Basel im St.-Jakob-Park. Kein Zufall, sagt Peter Jauch: «Nur in einem Top-Stadion kann längerfristig Top-Fussball gespielt werden.» Denn von einem guten Stadion kann ein Fussballverein wirtschaftlich profitieren. «Bern ist der Optimalfall – die Stadionbetreiber führen auch den Verein», sagt Jauch. So könnten die Synergien zwischen Stadion und Verein optimal genutzt werden. Das Stade de Suisse wird auch dann besucht, wenn keine Matchs stattfinden. Die Sitzungs- und Seminarräume des Stade de Suisse werden jährlich von 90000 Menschen besucht. Davon profitiert YB finanziell.

Hoher Zuschauerschnitt

Meisterlich ist bei YB und dem FCB auch die Vermarktung der Spiele. Den Basler St.-Jakob-Park besuchten in dieser Saison im Schnitt 21604 Fans. Das Stade de Suisse kommt sogar auf einen Schnitt von 22230 Zuschauern. Liga-Rekord.

Von solchen Zuschauerzahlen können die Tabellen-Schlusslichter Aarau und Bellinzona nur träumen – die beiden Vereine schneiden auch im Stadiontest schlecht ab. Das muss aber nicht so bleiben: Peter Jauch glaubt, dass ein modernes Stadion auch für den FC Aarau zur Geldkuh werden könnte. Dafür müssten aber die Dimensionen stimmen: «Dann kann ein Stadion zum Treffpunkt für die ganze Region werden.»

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