Der Ausgang der Wahl, zu der Vertreter der 221 nationalen Automobilklubs zugelassen waren, entspricht den Erwartungen, auch wenn er mit 135:49-Stimmen deutlicher als angenommen ausgefallen ist. Todt war als Favorit ins Rennen um das höchste Amt im Motorsport gestiegen. Der einstige Teamchef von Ferrari und langjährige Wegbegleiter von Michael Schumacher hatte mit Mosley und Formel-1-Promotor Bernie Ecclestone die namhaftesten Fürsprecher.

Todt hatte sich im Vorfeld der Wahl denn auch dahin gehend geäussert, den vom umstrittenen Mosley eingeschlagenen Weg "in den Grundzügen" weitergehen zu wollen. Vatanen dagegen wäre als Präsident für einen Kurswechsel gestanden. Der Finne wurde unter anderem von der Vereinigung der Formel-1-Teams FOTA und der Gewerkschaft der Formel-1-Fahrer GPDA unterstützt.

Mit der Wahl zum FIA-Präsidenten hat Todts "traumhafte Geschichte im Automobil-Rennsport" einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Sohn polnischer Einwanderer war schon vor seiner Zeit in Diensten von Ferrari von Erfolg zu Erfolg geeilt. Als Teamchef war er an vier Rallye-WM-Titeln und an vier Triumphen bei Paris - Dakar beteiligt. Dazu gesellen sich zwei Siege beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Zu Ferrari stiess Todt 1993. Als Vorstehender der Sportabteilung brachte er das über Gebühr lange "lahmende Pferdchen" wieder auf Trab und schuf so die Basis zu Michael Schumachers fünf WM-Titeln.

Für Mosley endet eine fast 20 Jahre dauernde Regentschaft. Der promovierte Anwalt hatte 1991 das Präsidentenamt bei der FISA übernommen. Zwei Jahre später, nach der Auflösung der FISA, trat er die gleiche Aufgabe bei der FIA an.