Rogge denkt, dass die Schweiz das Trauma der Niederlage von Sion als Bewerber für die Spiele von 2006 (Turin) überwunden habe. "Auch jetzt kann die Schweiz nicht automatisch davon ausgehen, dass sie gewinnt. Doch ich denke, davon geht niemand aus."

In der Schweiz seien die Voraussetzungen auf jeden Fall gegeben. "Die alpine Landschaft, es gibt kompetitive Wintersportler, es gibt erprobte Veranstalter von Sport-Grossanlässen. Zudem lieben die Schweizer den Wintersport, und vor allem sind fundamentale Punkte erfüllt: Die Schweiz ist ein sicheres Land, die Wirtschaft ist stark, die Politik stabil. Es gibt nur ein Aber: Die Schweiz muss das Rennen um die Spiele gewinnen, damit sie diese letztlich durchführen kann."

Rogge bezog sich im Interview auch auf die Möglichkeit, dass der Weltfussball-Verband 2022 die WM in Katar im Winter austragen könnte. "Wir brauchen gute Schnee- und gute Eis-Bedingungen. In der nördlichen Hemisphäre herrschen diese in der letzten Januar- und in den ersten Februar-Wochen. Wir haben keine Möglichkeit, die Winterspiele zu einem anderen Zeitpunkt durchzuführen. Will die FIFA die WM-Endrunde tatsächlich in den Winter legen, spreche ich erst einmal mit meinem guten Freund Sepp Blatter."