FC Barcelona
Inter Mailand wirft Barcelona aus der Champions League

Inter verliert im Camp Nou gegen den FC Barcelona zwar 0:1, steht nach dem 3:1 im Hinspiel aber trotzdem im Final gegen Bayern München. Die Italiener inszenierten eine wahre Abwehrschlacht. Auch ein früher Platzverweis brachte die Italiener nicht aus dem Konzept.

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Keystone

Markus Brütsch

Noch ein Sieg, und dann liegen die Tifosi interisti José Mourinho endgültig zu Füssen. 38 Jahre nach ihrem letzten Finalauftritt im Europacup der Meister hat Inter Mailand trotz einer 0:1-Niederlage wieder einmal das Endspiel des prestigeträchtigsten Vereinswettbewerbs erreicht.

Zu zittern - dafür aber gewaltig - hatten die ohne einen Italiener angetretenen «Italiener» dabei erst in den letzten Minuten, nachdem Barças Innenverteidiger Gerard Piqué nach 84 minütigem brotlosen Einbahnfussball das 1:0 gelungen war. Xavi Hernandez zwang Inter Keeper Julio Cesar danach zu einer Parade und Schiedsrichter Frank De Bleekere ahndete ein vermeintliches Handspiel von Yaya Touré. Mit der fatalen Folge, dass er das 2:0 durch Bojan Krkic annullieren musste. Ein Irrtum, und nach den beiden Fehlentscheiden im San Siro gegen Barça ganz bitter für die Katalanen.

Mourinho zum zweiten Mal Finalist

So aber jubelte der italienische Meister, dem es reichlich egal sein konnte, dass er auch in seinem achten Halbfinal auf des Gegners Platz ohne Sieg geblieben war und jetzt vielmehr dem portugiesischen Startrainer Mourinho vertraut, dass dieser die 45-jährige Durststrecke beenden wird und dem Verein zum dritten Mal die Trophäe der Königsklasse beschert. Dies sechs Jahre, nachdem der 47-Jährige den FC Porto überraschend zum Titelgewinn geführt hat.

Die lange Zeit aufregendste Szene hatte sich nach einer knappen halben Stunde abgespielt. Der bereits verwarnte Thiago Motta hatte Barcelonas Sergio Busquets ins Gesicht gegriffen, worauf sich der Spanier fallen liess. Zum Entsetzen der Gäste zückte De Bleeckere die Rote Karte und stellte den Brasilianer vom Platz. Eine zu harte Entscheidung, doch die angemessene zweite Gelbe Karte für den Aufbauer hätte auch nichts daran geändert, dass Inter nun während einer Stunde nur zu zehnt auf dem Rasen stand.

Viel sollte sich an der Physiognomie des Spiels indes nicht ändern. Wie schon vor einer Woche war Barça meist am Ball- am Ende zeigte die Statistik 75:25 Ballbesitz. Doch auch eine Woche des Tüftelns hatte Barcelonas Josep Guardiola nicht die Erleuchtung gebracht, wie dieser doppelte blauschwarze Abwehrwall zu knacken sei.

Wie im Powererplay die Eishockeyaner spielten sich die Spanier die Kugel zu; sie probierten es über die Seite und durch die Mitte - doch immer dort, wo sie Richtung Tor streben wollten, waren die Räume verschlossen. Inters Abwehrarbeit war lange Zeit Weltklasse. Leonel Messi, auf den vor vier Wochen nach den vier Toren gegen Arsenal noch wahre Jubelarien gesungen worden waren, hatte nur eine gute Szene, doch Inter-Schlussmann Julio Cesar wehrte den Schuss mit einer fantastischen Parade ab.

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