Von Martin Platter

4 :1 für Brentjens steht es bereits im erbitterten Zweikampf der beiden stärksten Fahrer im Peloton der Crocodile Trophy. Urs Huber wurde stets Zweiter und büsste regelmässig einige (Bonifikations-) Sekunden auf seinen 17 Jahre älteren Herausforderer aus den Niederlanden ein. Noch immer aber verfügt Huber über ein Zeitpolster von gut einer Minute auf Brentjens, während alle übrigen bereits eine Stunde und mehr auf das Spitzenduo eingebüsst haben.

Das dritte Teilstück von Granite Gorge über 131 km nach Irvinebank zeigte aber, dass selbst eine komfortable Führung keinesfalls Garant für den Sieg im Outback ist. Eine elfköpfige Spitzengruppe mit den Siegaspiranten Huber, Brentjens und dem vierfachen Race-Across-America-Sieger Jure Robic bog an einer Kreuzung falsch ab und verfuhr sich hoffnungslos. Obwohl die Veranstalter auf ihrer Homepage GPS-Daten anbieten, verfügte keiner der Spitzenfahrer über ein Navigationsgerät, was sich fatal auswirkte. «Halb verdurstet und verhungert erreichten wir nach rund sechs Stunden und über 120 Kilometern den Zielort», erklärte Huber erschöpft. Unter der Leitung des Einheimischen Isaac Tonello fand die Gruppe auf einem Streckenabschnitt der letztjährigen Trophy wieder zurück in die Zivilisation. Die Fahrer hatten mehr Glück als Verstand, denn die Etappe wurde wegen eines Buschfeuers schliesslich annulliert.

Undank ist der Welten lohn

Auf dem folgenden längsten Teilstück der Trophy, von Irvinebank über 157 km nach Chillagoe suchten die beiden Spitzenfahrer wieder alleine das Weite - in einem Tempo, das schneller war als die offizielle Verpflegung. Dumm für Brentjens, der im Gegensatz zu Huber keinen Betreuer dabei hatte. Huber, der nach einem Reifendefekt bereits auf Brentjens gewartet hatte, zeigte sich erneut sportlich und liess auch dem Holländer zwei Bidons reichen. Der erhoffte Dank in Form eines Etappensieges blieb jedoch aus. Brentjens bestand auf den Sprint und gewann - auf Kosten der Sympathien Hubers.

Es kam noch besser: Nachdem Brenjens auch die 100-km-Runde um Chillagoe im Spurt für sich entschieden hatte, griff er auch der sechsten Etappe nach Mount Mulgrave an und konnte Huber um einige Sekunden distanzieren. Vier Teilstücke mit 466 km und 4850 Höhenmetern bleiben bei der Niederschrift dieser Zeilen noch, um das Rennen zu entscheiden.