Bob

Im Glücks-Shirt zu Edelmetall? – Rico Peter glaubt an seine Chance

Rico Peter (Mitte) träumt von einer WM-Medaille.

Rico Peter (Mitte) träumt von einer WM-Medaille.

Der Kölliker Rico Peter zählt bei der Weltmeisterschaft in Winterberg zu den Favoriten.

«Wenn ich eines von den Olympischen Spielen gelernt habe, dann, dass ich mich nicht zu fest unter Druck setzen darf», sagt Rico Peter. Mit dieser wichtigen Erkenntnis, die der 31-jährige Kölliker mit Platz 10 bei den Winterspielen vor einem Jahr in Sotschi schmerzlich erfahren musste, bereitet er sich derzeit in Winterberg auf die Bob-Weltmeisterschaft vor. Gleichwohl träumt Rico Peter beim Saisonhöhepunkt vom Gewinn von Edelmetall. «Eine WM-Medaille wäre natürlich sensationell», gibt er zu.

Die Chancen auf einen Erfolg stehen indes nicht schlecht – schliesslich hat sich der gelernte Landschaftsgärtner nach seinem ersten Weltcupsieg vor zwei Wochen in Sotschi mit dem Zweierbob in den Kreis der WM-Favoriten manövriert. Der Triumph in Russland ist nach dem Gewinn des Schweizer-Meister-Titels im Viererbob in St. Moritz und EM-Bronze im «Zweier» in La Plagne (Fr) die vorläufige Krönung einer starken zweiten Saisonhälfte. «Mir ist bewusst, dass nach meinem Sieg in Sotschi alle einen weiteren Erfolg erwarten», sagt Rico Peter, «aber es ist ein neues Rennen auf einer anderen Bahn mit starken Gegnern. Ein kleiner Fehler und man ist weg von der Spitze.»

Glück und Pech nahe zusammen

Wie nahe Glück und Pech zusammenliegen, wurde ihm in Sotschi am Tag nach seinem Weltcupsieg aufgezeigt. Im Viererbob war Peter erneut auf Podestkurs, als er einen Fahrfehler beging und stürzte. Glücklicherweise kamen Peter und seine drei Anschieber glimpflich von diesem Missgeschick davon. «Alle sind wieder fit und bereit für die WM», blickt er zuversichtlich auf die bevorstehenden Titelkämpfe. Morgen Freitag und am Sonntag stehen je zwei Läufe mit dem kleinen Schlitten auf dem Programm. Der Viererbob-Wettbewerb wird am übernächsten Wochenende ausgetragen. Trotz des Sturzes stuft Rico Peter die Medaillenchancen in beiden Schlitten gleich hoch ein. «Wir wollen angreifen», gibt er sich kämpferisch. Ihm sei aber klar, «dass es jeweils vier gute Läufe braucht, um vorne dabei zu sein.»

Die Suche nach der Ideallinie lief für Rico Peter in den bisherigen Trainings durchzogen. Nach Platz 6 am Dienstag resultierte am Mittwoch nur der 15. Rang. «Ich weiss nicht, ob es am Material lag. Das müssen wir sicher noch analysieren», erklärt Peter. Beunruhigen lässt er sich deswegen aber nicht – im Gegenteil, der Eiskanal im Sauerland passe ihm. «Im oberen Teil geschieht bis zur Kurve sechs nicht viel, da darf man nicht übermütig werden und einen Fehler begehen», sagt Peter. Weil der erste Abschnitt flach verläuft, wird der Start umso bedeutender sein. Deshalb vertraut der Aargauer beim kleinen Schlitten auf die bewährten Anschubkünste des Holländers Janne Bror van der Zijde – obschon Rico Peter in Sotschi mit Simon Friedli siegte. «Janne bringt 114 Kilogramm auf die Waage, das macht am Start viel aus», begründet Peter seinen Entscheid.

Zu guter Letzt hat Rico Peter einen weiteren Trumpf in seinem Ärmel. Seit Jahren setzt er sich nicht ohne sein blaues Glücks-T-Shirt in den Schlitten. «Mit diesem Shirt lief es mir früher oft gut, deshalb war rasch klar, dass es immer dabei sein muss», sagt Peter lachend. «Inzwischen ist das Shirt Teil meiner Vorbereitungen. Zudem passt es prima unter das Renndress.»

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