Jeff Saibene
«Ich wünsche Martin Andermatt viel Erfolg»

Nach fast 12 Jahren im Verein ist für Jeff Saibene das Kapitel FC Aarau abgeschlossen. «Ich bin überzeugt, dass der Ligaerhalt gelingt», sagt Saibene.

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Jeff Saibene einsam auf der Aarau-Bank

Jeff Saibene einsam auf der Aarau-Bank

Keystone

Felix Bingesser

Jeff Saibene, sind Sie zu nett und zu lieb für den Job als Cheftrainer in der Super League?
Jeff Saibene: Diesen Vorwurf habe ich auch immer wieder gehört. Ich bin so, wie ich bin, und ich habe mit meiner Art auch Erfolg gehabt. Und ich werde auch weiterhin nett und lieb sein. Wenn solche Tugenden nun plötzlich ein Handicap sein sollen, dann verstehe ich das nicht. Als Fussballtrainer arbeitet man mit mündigen jungen Leuten. Die Zeit der Peitschenknaller ist längst vorbei.

Ihr Rauswurf muss schmerzen.
Saibene: Natürlich bin ich aufgewühlt. Aber das wird sich legen. Ich kenne die Mechanismen des Geschäfts und bin nicht naiv. Trotzdem habe ich gehofft, dass ich die Chance bekomme, unseren Fehlstart zu korrigieren. Zumal ich als Spieler und Trainer jetzt fast zwölf Jahre in Aarau bin. Spieler wie Baykal, Kioyo und Stojkov sind jetzt fit. Ich bin überzeugt, dass wir die Wende gemeinsam geschafft hätten.

Was trauen Sie Ihrem Nachfolger Martin Andermatt zu?
Saibene: Viel. Martin ist ein ähnlicher Typ wie ich, wir schätzen uns gegenseitig. Ich wäre bei YB beinahe sein Nachfolger geworden. Jetzt wird er mein Nachfolger. So läuft das Geschäft. Ich wünsche ihm und der Mannschaft viel Erfolg.

Was würden Sie rückblickend anders machen?
Saibene: Natürlich habe ich im Sommer intern darauf gedrängt, dass wir uns verstärken müssen. Es ist aber schwierig, sich da durchzusetzen, wenn die Vereinsleitung anderer Meinung ist. Trotzdem hätte ich konsequenter und härter meinen Standpunkt vertreten müssen. Die Transfers kamen einfach zu spät. Die Spieler brauchen Zeit, um fit zu werden und sich zu integrieren. Und die Zeit hat man nicht, wenn man am Tabellenende steht.

Jetzt kommt noch Angreifer Orhan Mustafi.
Saibene: Ja. Und darum hätte ich es als fair empfunden, wenn ich das Team in den nächsten drei Spielen gegen Biel, Bellinzona und Sion hätte coachen dürfen. Das sind Mannschaften in unserer Reichweite. Dass mir diese Chance nun verwehrt wurde, ist der einzige Vorwurf, den ich dem Verein mache.

Wie geht es nun für Sie persönlich weiter?
Saibene: Ich fliege jetzt mit meinem älteren Sohn für einige Tage nach Spanien. Dann warte ich mal ab. Ich werde irgendwo eine neue Chance erhalten.

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