Simon Ammann

«Ich mache ganz normal weiter»

Die Goldmedaillen-Gewinner Simon Ammann und Mike Schmid sind seit 11 Uhr wieder in der Schweiz. Schmid freut sich auf eine ruhigen Abend mit der Familie, auf Ammann wartet in Unterwasser eine Megafete. «Das waren die schönsten Spiele, die ich je erlebt habe», bilanzierte Ammann.

200 Fans begrüssten den Skispringen und den Skicrosser mit Kuhglocken, Trompeten und zahllosen Transparenten heute in der Ankunftshalle 2 am Zürcher Flughafen. Ammann und Schmid hatten zwei Stunden Verspätung. Sie landeten erst um 11 Uhr. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Die geduldigen Anhänger wurden danach mit Autogramms und Erinnerungsfotos belohnt.

Mike Schmid will nun zuerst etwas Ruhe. «Ich werde erstmal einfach nur geniessen. Ich gehe jetzt nach hause, freue mich extrem, dass Ganze mit der Familie in der Stille zu geniessen, das Ganze vielleicht nochmals anzuschauen.» Morgen Sonntag soll in Schmids Heimatort Fruttigen dann eine grosse Party steigen.

Ammanns Brille kommt heute zum letzten Einsatz

In Unterwasser, Ammanns Heimatort, steigt die Feier schon heute Abend. Es dürfte eine Megafete werden. 4000 Besucher werden erwartet. Ammann, der von dem, was auf ihn wartet, keine Ahnung hat, will sich vorher zuhause noch etwas ausruhen, wie er an der Pressekonferenz sagte. Es müsse sich auch zuerst noch etwas angewöhnen. «Es ist fantastisch in Whistler. Wenn man nach hause kommt, muss man sich zuerst wieder daran gewöhnen.»

Den wohl letzten Einsatz hat heute Abend auch Ammanns weisse Carrera- Brille. «Die muss heute Abend noch mitkommen.» Dann wird sie dem meistbietenden überreicht. Das Geld geht an die Sporthilfe, laut Ammann eine «super Sache».

Auf die Brille gekommen ist Ammann übrigens in Japan, in Sapporo, wie er verriet. Es sei ein cooles Gefühl gewesen, das wollten sie mit nach Kanada nehmen. «Früher hätte ich nie so etwas getragen, ich habe dann ein paar Fotos gesehen und gesehen, dass es cool aussah.» Der Skispringer hat während den olympischen Spielen eine Zeitlang auch mit dem Gedanken gespielt, den silbernen Mantel von 2002 einfliegen zu lassen.

«Ich habe ja noch den krummen Stab»

Nach den Feierlichkeiten wollen sich die beiden Spitzenathleten fürs Weltcup-Finale rüsten. Ammann ist zuversichtlich, dass er seinen ersten Platz im Gesamtklassement verteidigen kann. «Wenn ich den Abend gut überstehe, sollte dem nicht viel im Wege stehen, schliesslich habe ich ja noch den krummen Stab.»

Auch Schmid will für die restlichen vier Rennen in Topform bleiben und weiter ganz vorne bleiben. Und auch danach soll es bei Schmid zuerst ein paar Tage Ferien geben. Und dann will er wieder arbeiten. «Ich mache normal weiter, ich habe noch nichts anderes gehört, ich werde Ende April wieder mit der Arbeit beginnen», sagte der gelernte Strassenbauer. Er wäre aber auch empfänglich für andere Offerten.

Ammann will rasch wieder nach Whistler

Ammann weiss, was er nach Saisonende macht. «Ich werde sicher wieder nach Whistler gehen, wohl in die Ferien. Um das ganze nochmals in Ruhe ohne Medien durchgehen zu können. Sonst bin ich glücklich so wie es ist.»

Was danach kommt? «Ans Heiraten habe ich bisher nicht gedacht», sagte Schmid auf eine entsprechende Frage. Ammann wollte darauf gar nichts sagen. Privates soll privat bleiben.

Schmid und Ammann werden sicher weitermachen. « Ich werde so lange springen, wie ich gesund bleibe und gut trainieren kann. Ich werde sicher die WM nächstes Jahr in Oslo machen. Es ist die wichtigste Schanze meiner Karriere, ich habe dort meinen ersten Weltcupsieg erzielt», meinte Ammann. Ober er bei den nächsten olympischen Spielen noch dabei ist, ist aber offen. «Es ist nicht mein Ziel, über vier Jahre zu denken. Die nächsten Jahre werden so werden, wie sie werden.»

«Es waren die schönsten Spiele»

Was bleibt sind für Schmid und Ammann Erinnerungen an tolle Spiele. «Das waren die schönsten Spiele, die ich je erlebt habe», sagte Ammann. Es habe es sehr genossen und dabei mit den kanadischen Polizisten auch allerhand Schabernack getrieben. Etwa die halbe Kleidung getauscht.

Schmid hat mit dem Team gefeiert und zahlreiche andere Sportarten angeschaut. «Für mich hat alles genau gepasst», so Schmid. (rsn)

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