Fabian Cancellara
«Ich kann mich nur selber schlagen»

Morgen Samstagabend beginnt die 96. Tour de France mit einem 15,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Monaco. Fabian Cancellara ist dabei der Fahrer, den es zu schlagen gilt.

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Tour de France

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Marcel Kuchta

Sein Auftritt glich dem eines Superstars. Erst als Fabian Cancellara den Pressekonferenzsaal betrat, entfernte er seine Sonnenbrille und schob sie lässig nach oben auf die Stirn. Die Fotografen und Kameras stürzten sich förmlich auf den Schweizer, welcher sich in der langen Reihe der komplett anwesenden Saxo-Bank-Equipe in der Mitte neben Teamchef Bjarne Riis platzierte.

Alberto Contador Der Tour-de-France-Sieger von 2007 durfte seinen Titel im vergangenen Jahr nach dem Ausschluss seines Astana-Teams nicht verteidigen. Heuer ist der 26-Jährige wieder dabei und auch der erste Anwärter auf den Gesamtsieg - sofern es sein prominenter Teamkollege Lance Armstrong zulässt. (KU)

Alberto Contador Der Tour-de-France-Sieger von 2007 durfte seinen Titel im vergangenen Jahr nach dem Ausschluss seines Astana-Teams nicht verteidigen. Heuer ist der 26-Jährige wieder dabei und auch der erste Anwärter auf den Gesamtsieg - sofern es sein prominenter Teamkollege Lance Armstrong zulässt. (KU)

Dort, wo die wichtigen Leute sitzen. Das Interesse kommt schliesslich nicht von ungefähr: Fabian Cancellara ist im Hinblick auf das Zeitfahren zum Auftakt der Tour de France der grosse Favorit. Der Ittiger will morgen Abend seinen dritten Tour-Prolog (nach Lüttich 2004 und London 2007) gewinnen und zum insgesamt achten Mal in seiner Karriere ins begehrte «Maillot jaune» schlüpfen.

Cadel Evans Der Australier will nach zwei zweiten Plätzen (2007, 2008) nun endlich auf den Thron. Der 32-Jährige liess in den entscheidenden Momenten immer den nötigen Killerinstinkt vermissen. Schafft er es heuer nicht, dann ist er auf dem besten Weg, dem «ewigen Zweiten» Raymond Poulidor Konkurrenz zu machen. (KU)

Cadel Evans Der Australier will nach zwei zweiten Plätzen (2007, 2008) nun endlich auf den Thron. Der 32-Jährige liess in den entscheidenden Momenten immer den nötigen Killerinstinkt vermissen. Schafft er es heuer nicht, dann ist er auf dem besten Weg, dem «ewigen Zweiten» Raymond Poulidor Konkurrenz zu machen. (KU)

Die Angst ist da, aber klein

Zwischen Cancellaras Vorhaben und dessen Erfüllung steht ein 15,5 Kilometer langer, technisch anspruchsvoller Parcours rund um und quer durch das Fürstentum Monaco. Doch eigentlich zweifelt niemand am Gelingen des Unterfangens. Nicht mal der Hauptdarsteller selber, dessen Selbstvertrauen nach dem Gesamtsieg an der Tour de Suisse offenbar neue Rekordwerte erreicht hat. Konkurrenten, die ihm den Sieg streitig machen können, sieht Fabian Cancellara jedenfalls keine.

Denis Mentschow Wie weit reichen die Kräfte? Das ist die grosse Frage im Zusammenhang mit dem Russen, der im Mai die Gesamtwertung des Giro d'Italia zu seinen Gunsten entschieden hatte. Trotzdem: Der 31-Jährige ist auch an der Tour de France für einen Platz in den Top 5 gut. (KU)

Denis Mentschow Wie weit reichen die Kräfte? Das ist die grosse Frage im Zusammenhang mit dem Russen, der im Mai die Gesamtwertung des Giro d'Italia zu seinen Gunsten entschieden hatte. Trotzdem: Der 31-Jährige ist auch an der Tour de France für einen Platz in den Top 5 gut. (KU)

«David Millar oder Alberto Contador sind sicher gefährlich. Aber das Problem ist, dass ich zuletzt an der Tour de Suisse so sehr dominiert habe, dass es für mich schwierig ist, überhaupt einen Konkurrenten auszumachen. Mein grösster Konkurrent bin ich selbst», sagt er und fügt an: «Wenn die Tagesform stimmt, dann wird es für alle anderen schwierig, mich zu besiegen. Aber die kleine Angst ist da, dass ich mich selber schlage.»

Die Fallen auf dem Rundkurs am Mittelmeer, der auf einigen Kilometern auch auf der Formel-1-Strecke verläuft, sind zahlreich. Auf den ersten 7,5 Kilometern sind über 200 Höhenmeter zu überwinden, 4 Kilometer vor dem Ziel geht es durch drei Haarnadelkurven wieder hinunter auf Meereshöhe. «Es ist eine harte Strecke, ein technisch anspruchsvoller Parcours. Ich darf mir keine Fehler erlauben», mahnt der frischgebackene Schweizer Strassenmeister. Genauer angeschaut hatte er sich die Route bis gestern allerdings noch nicht. Auch das kommentierte er mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit: «Wenn man so gut in Form ist wie ich, dann spielt es sowieso keine Rolle, ob man die Strecke hundertprozentig kennt.»

Carlos Sastre Der Titelverteidiger liess mit seinem Wechsel von Saxo Bank in das in der Schweiz lizenzierte Cervelo-Test-Team aufhorchen. In diesem Zusammenhang stellt sich aber auch das grösste Fragezeichen: Ist Sastres Mannschaft stark genug, um ihn in den Bergen effizient unterstützen zu können? (KU)

Carlos Sastre Der Titelverteidiger liess mit seinem Wechsel von Saxo Bank in das in der Schweiz lizenzierte Cervelo-Test-Team aufhorchen. In diesem Zusammenhang stellt sich aber auch das grösste Fragezeichen: Ist Sastres Mannschaft stark genug, um ihn in den Bergen effizient unterstützen zu können? (KU)

Beliebte und repräsentative Trikots

Bereits seit Dienstag weilte Fabian Cancellara zusammen mit seinem Saxo-Bank-Team in Frankreich. In Montpellier rekognoszierte die Equipe die Strecke des Mannschaftszeitfahrens vom kommenden Dienstag. Dort könnte - vorausgesetzt, morgen läuft alles nach Plan - das gelbe Trikot erstmals in Gefahr sein. Sollte er das begehrteste Kleidungsstück in Radsportkreisen abgeben müssen,

Andy Schleck Mit Andy Schleck, dessen Bruder Frank und Kim Kirchen gehen drei Luxemburger mit Ambitionen in der Gesamtwertung in die Tour de France. Die besten Chancen auf einen Spitzenplatz hat wohl der Jüngste des Trios. Andy Schleck (24) könnte bereit sein für den grossen Exploit. (KU)

Andy Schleck Mit Andy Schleck, dessen Bruder Frank und Kim Kirchen gehen drei Luxemburger mit Ambitionen in der Gesamtwertung in die Tour de France. Die besten Chancen auf einen Spitzenplatz hat wohl der Jüngste des Trios. Andy Schleck (24) könnte bereit sein für den grossen Exploit. (KU)

dann bliebe ihm als «Trostpreis» immer noch das Schweizer-Meister-Trikot, welches er sich am vergangenen Sonntag in Nyon erkämpft hatte: «Wenn ich das rote Trikot mit dem Schweizer Kreuz trage, dann repräsentiere ich zusätzlich noch etwas von meinem Land. Das macht mich stolz. Aber», so betont Cancellara, «ich will es hier so lange wie möglich nicht anziehen müssen.»

Klar ist: Die Konkurrenz muss sich - der brütenden Sommerhitze an der Côte d'Azur zum Trotz - warm anziehen. In der grossartigen Form, in welcher sich Fabian Cancellara momentan befindet, wäre alles andere als ein Triumph des Schweizers vor den Augen von Prinz Albert und der fürstlichen Familie eine Sensation.

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