Hoehener
"Ich habe mir das anders vorgestellt"

Bei seinen dritten und letzten Olympischen Spielen lief für den Obfelder Rodler Stefan Höhener nicht alles nach Plan. Nach einem Sturz im zweiten Lauf landete der 29-Jährige nur auf Rang 32. Nach dem Rennen gab er seinen schon länger geplanten Rücktritt bekannt. Bei einem Ausflug nach Vancouver Island ergab sich die Gelegenheit mehr von Stefan Höheners Eindrücken zu erfahren.

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«Anzeiger»: Wie sind Sie mit dem Olympia-Rennen zufrieden?
Stefan Höhener: Ganz schlecht. Ich habe mir das anders vorgestellt. Mit dem Herabsetzen des Starts stimmte vieles für mich nicht mehr. Auch im Kopf habe ich es nicht fertig gebracht, auf der viel langsameren Bahn das richtige Timing zu finden.

Wie erlebten Sie die Olympischen Spiele generell?
Man erlebt relativ wenig als Sportler. So war es mir nicht möglich an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Wegen den tragischen Umständen nahm ich das Olympia-Rennen gar nicht als solches war. Es war wie ein gewöhnliches Rennen. Erst danach mit den vielen Leuten und der sensationellen Stimmung wurde es besser. Auch in Whistler war es grossartig und die Fans waren überall am Feiern. In Vancouver war es noch eine Stufe höher. So viele Leute habe ich noch nie an Olympischen Spielen gesehen.

Wie war die Infrastruktur für die Athleten?
Wir konnten schlafen und essen, es gab alles, was wir benötigten. Das Dorf an sich war langweilig. Man konnte zwar in 20 Minuten nach Whistler, aber sonst wartete man einfach den Tag ab.

Sie haben nun Ihren Rücktritt vom Spitzensport gegeben. Ein spontaner Entschluss?
Nein, der war schon nach der letzten Saison gefasst. Das war auch richtig so, dadurch war ich nochmals richtig motiviert. Ich biss auf die Zähne und es hat nochmals richtig Spass gemacht.

Mit dem Rücktritt bietet sich auch Gelegenheit zurückzuschauen. Wie würden Sie Ihre Rodel-Karriere beschreiben?
Highlight war sicher die Saison 2006/2007. Ich war bis vor dem letzten Rennen auf dem 3. Gesamtweltcup-Rang und auch zweimal auf dem Podest. Rückblickend ist auch schön, dass wir mit viel Fleiss und Aufwand ein richtig professionelles Team wurden.

Was sind jetzt Ihre Pläne?
Der Plan hat jetzt ziemlich aufgehört. Ich werde jetzt sicher zuhause mehr mitarbeiten. Jetzt geht es darum dort mehr zu lernen. Die letzten 10 Jahre war ich nur am «Chrampfe» und konnte nicht dahintersehen.