«Ich habe immer daran geglaubt!»

Im Sommer letzten Jahres kam Daniel Gygax von Metz nach Nürnberg, um mit dem «Club» die sofortige Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Am Sonntag nun erreichte der 27-jährige Gebenstorfer gegen Cottbus dieses Ziel.

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Aargauer Zeitung

Markus Brütsch

Daniel Gygax, was ging am Sonntagabend in Nürnberg ab?

Daniel Gygax: Wir feierten zuerst im Stadion gemeinsam mit den fast 50 000 Fans. Die Mannschaft zog sich dann zurück und genoss den Erfolg mit den Angehörigen und Freunden im kleineren Kreis.

Dass es am Ende etwas zu feiern geben würde, war während eines Grossteils der Saison aber nicht abzusehen gewesen.

Gygax: Das stimmt. Noch im Winter hat es nicht besonders gut ausgeschaut; wir lagen im Mittelfeld der Tabelle. Dennoch habe ich immer daran geglaubt, dass es noch reichen könnte. Ich wusste ja, welch gutes Kader wir hatten.

Was war dann ausschlag- gebend, dass Nürnberg in der Rückrunde zur zweitbesten Mannschaft und zum heimstärksten Team avancierte?

Gygax: Der Trainer hat die richtige Mischung gefunden. Wir haben ein junges Team, gespickt mit erfahrenen Spielern wie Kluge, Mnari und Mintal (mit Bunjaku, Mitreski und Gonçalves standen drei weitere Schweizer im Kader, die Red.). Zwischen dem Fussball, den wir am Anfang der Saison gespielt haben und dem, den wir am Schluss zeigten, liegen Welten.

Nürnberg hat den Aufstieg mit einem Trainer geschafft, den kaum einer gekannt hat. Was zeichnet Michael Oenning aus?

Gygax: Er war ja zuerst der Assis-tent von Thomas von Heesen und damit mehr der Kumpel, der auch gerne mal ein Spässchen macht. Als er dann aber früh in der Saison von Heesen ablöste, hat er einen guten Mix gefunden: Er war weiterhin für einen Spass zu haben, aber trotzdem auf dem Platz die autoritäre Person.

Persönlich erlebten Sie eine Saison mit Hochs und Tiefs.

Gygax: Ich brauchte lange, um mich anzupassen. Als ich dann in Tritt kam, verletzte ich mich und hatte Anfang des Jahres Mühe, den Stammplatz zurückzuerobern, weil es der Mannschaft gut lief. Als Trainer hätte ich da auch nichts verändert. Dann kam ich wieder ins Team - und verletzte mich erneut. Immerhin habe ich nun aber noch das Glück gehabt, in den letzten Wochen dabei zu sein und der Mannschaft auch mit dem einen oder anderen Assist zu helfen. Es war eine durchwachsene Saison, an dessen Ende aber das Ziel erreicht worden ist.

Womit Sie auch der Rückkehr in die Nati näher gekommen sind.

Gygax: Ottmar Hitzfeld hat gesagt, dass er meinen Weg verfolgen werde. Ich hoffe, dass er unsere Spiele gegen Cottbus gesehen hat und bald einmal auch nach Nürnberg kommt. Ganz abgeschrieben habe ich die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Südafrika nicht. Wer weiss, was in den nächsten zwölf Monaten noch alles passiert.

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