Freysinger
«Ich bin froh, dass ich geschäftlich nichts mit ihm zu tun habe»

SVP-Nationalrat Oskar Freysinger findet, dass Sion-Präsident Christian Constantin Zwischenmenschlich nicht über alle Zweifel erhaben sei. Positiv bewertet er jedoch sein Durchhaltevermögen.

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SVP-Nationalrat Oskar Freysinger

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Keystone

«Bei Christian Constantin sehe ich Licht und Schatten. Positiv werte ich sein Durchhaltevermögen, seine Energie und die Dynamik, die er entwickelt. Zwischenmenschlich ist er aber nicht über alle Zweifel erhaben. Auch im Geschäftsleben kommt es immer wieder zu atmosphärischen Störungen zwischen ihm und seinen Partnern oder der Gegenpartei. Denn Constantin - und das weiss ich von Bekannten - ist keiner, der seine Rechnungen sofort bezahlt. Seine Zahlungsmoral ist hie und da haarsträubend. Es kommt vor, dass er die finanzielle Notlage seiner Geschäftspartner schonungslos ausnutzt. Dann zögert er seine Zahlungen so lange hinaus, bis sie jeden Preis akzeptieren. Im Geschäftsleben bewegt er sich häufig an der Grenze zur Illegalität. Ich bin froh, dass ich geschäftlich nichts mit ihm zu tun habe. Denn ich glaube, dass ich als unerfahrener Geschäftsmann gegen ihn den Kürzeren ziehen würde. Constantin ist ein Eigensinniger, einer mit starkem Charakter und einer genialen Kommunikation. Mit seiner schleppenden Art zu reden, kommt er sehr gut an. Und dann sagt er Sätze, da kullert man sich am Boden vor Lachen. So wie er sich inszeniert, macht er den FC Sion zu einem Medienphänomen. Selfmade-Männer wie Constantin haben eine stürmische Art und sind eitel. Deshalb will er sich mit einem neuen Stadion, einem Mega-Projekt, ein Denkmal errichten.

Leider hat er im Wallis für einen Graben gesorgt. Der FC Sion ist nicht mehr der FC Wallis. Viele Oberwalliser gehen, wie ich, nicht mehr an die Heimspiele. Als mein Vetter Alain Geiger noch gespielt hat, bestand das Team mehrheitlich aus Wallisern. Der FC Sion galt bis vor 20 Jahren als Talentschmiede. Und heute? Die Nachwuchsabteilung ist am Boden, weil Constantin versucht, mit jungen Afrikanern Geld zu machen. Er betreibt modernen Sklavenhandel. Identifikation und Teamgeist bleiben auf der Strecke. Constantin ist ein Typ wie Berlusconi. Beide sind theatralische Menschen und erbarmungslose Geschäftsleute.» (fsc)

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