Hurra, Tchouga ist schon da

Fünf Wochen vor Beginn der Rückrunde mit dem Spiel in Schaffhausen hängt beim FC Wohlen der Himmel voller Geigen. Der neue Stürmerstar Jean-Michel Tchouga soll die Herzen der Fans höher schlagen lassen.

Ruedi Kuhn

Der Wohler Trainer Martin Rueda wurde am vergangenen Samstag 47 Jahre alt. Das schönste Geburtstagsgeschenk machte ihm der Challenge-League-Verantwortliche René Meier. Dass mit Jean-Michel Tchouga ein schlagkräftiger Stürmer mit Super-League-Erfahrung zu Wohlen wechselt, hätte Rueda nicht einmal in den künsten Träumen für möglich gehalten: «Der Transfer von Tchouga ist ganz einfach fantastisch. Er wird uns sicherlich helfen, aus dem Tabellenkeller zu kommen.»

Wer Tchouga gestern beim ersten Auftritt beobachtete, dem wurde trotz den Temperaturen unter dem Gefrierpunkt warm ums Herz. Der 31-jährige Kameruner war der Einzige, der die erste Trainingseinheit nach der Winterpause mit kurzen Hosen absolvierte. Den ersten Wunsch haben ihm die Wohler gerne erfüllt. Präsident Andreas Wyder lächelt und sagt: «Tchouga wollte wie bei Luzern das Trikot mit der Nummer 20. Logisch, dass wir seinem Anliegen entsprochen haben.»

Neben Tchouga steht mit Daniel Tarone ein zweiter Zuzug im Blickpunkt. Der 34-jährige Mittelfeldspieler ist momentan einer Doppelbelastung ausgesetzt. Neben dem Fussball lässt sich der zweifache Familienvater von der AXA Winterthur zum Versicherungsfachmann ausbilden und wird künftig in Wohlen arbeiten. Tarone erhielt einen Vertrag bis 2011. Dass die Freiämter neben Tchouga und Tarone auch Rafael Schweizer vom FC Breitenrain und Torhüter David Da Costa von Chiasso verpflichteten, ging im Trubel um die zwei Aushängeschilder beinahe vergessen. Besonders brisant dürfte das Goalieduell zwischen Reto Felder und Da Costa werden.

Tchouga hin, Tarone her; das Saisonziel der Wohler kann nach der schlechten Vorrunde nur Ligaerhalt lauten. Sollten die Resultate in der Rückrunde trotz den guten Vorzeichen nicht besser werden, dürfte der Trainer mehr und mehr unter Druck geraten. Wyder spricht Klartext: «Es ist bestimmt nicht so, dass Martin Rueda in einer geschützten Werkstatt arbeitet. Seine Arbeit muss jetzt Früchte tragen. Im Endeffekt wird jeder Trainer an Resultaten gemessen.»

Während der Vorbereitungszeit steht das Trainingslager vom 29. Januar bis 6. Februar in Alicante im Brennpunkt des Geschehens. Der Trip in den Süden wird von den Spielern finanziert. Jeder Akteur bezahlt 1000 Franken. Vor der Reise nach Spanien stehen drei Tests auf dem Programm: Die erste Trainingspartie findet am 20. Januar im Campus Niederhasli statt. Dort trifft Wohlen auf die Grasshoppers.

Apropos Grasshoppers: Aus Wohler Sicht darf man gespannt sein, was Ende Saison mit Alain Schultz passiert. Der bald 27-Jährige hat sich in der Super League einen Namen gemacht und bei GC einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld erkämpft. Schultz’ Vertrag mit Wohlen dauert noch bis 2011. Gut möglich also, dass die Freiämter den schussgewaltigen Aufbauer aus finanziellen Gründen bereits im nächsten Sommer abgeben werden.

Der Marktwert von Schultz beläuft sich auf mindestens 350000 Franken. René Meier ist es dank seinem Verhandlungsgeschick zuzutrauen, dass er für den aufstrebenden Profi einen noch höheren Betrag herausholen wird. An Interessenten von Klubs aus der Super League dürfte es nicht fehlen. Beim FC Wohlen weiss man nicht nur, wie man Geld ausgibt, sondern auch, wie man Geld einnimmt.

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