In der Nationalmannschaft erhielt Benjamin Huggel (32) am meisten Stimmen. Die Axpo-Wahl entschied erneut YB-Topskorer Seydou Doumbia (22) zu seinen Gunsten. Vor dem Start zur zweiwöchigen WM-Vorbereitung in Crans-Montana genoss Ottmar Hitzfelds Equipe zusammen mit einer illustren Gästeschar die unterhaltsame 13. Nacht des Schweizer Fussballs.

Das Nationalteam verliess den Berner "Kürsaal" nicht ohne Award: Huggel nahm die Auszeichnung "Credit-Suisse-Player of the Year" entgegen. Der Mittelfeldspieler des FC Basel hat bewegende Wochen und wohl die besten Monate seiner langen Karriere hinter sich. Am Sonntag vor einer Woche besiegte er mit dem FCB im Stade de Suisse Herausforderer YB 2:0. Nun liess sich der Double-Gewinner in der Hauptstadt abermals feiern.

Nach seiner Rückkehr aus Frankfurt vor drei Jahren hat sich Huggel am Rheinknie als uneingeschränkter Leader etabliert. Und seit Ottmar Hitzfeld das Nationalteam coacht, spielt der 1,90 m grosse FCB-Stratege auch in der Schweizer Auswahl eine ähnlich zentrale Rolle. Er war während der gesamten Qualifikations-Kampagne gesetzt.

Doumbia zum zweiten

Eine Fachjury von Verbands-Trainern und Coaches aus den beiden Profi-Ligen hatte ihn, Stéphane Grichting (Auxerre), Stephan Lichtsteiner (Lazio) und Gökhan Inler (Udinese) dem Publikum zur Wahl und als Nachfolger von Wolfsburg-Keeper Diego Benaglio empfohlen.

Das "Double" der Wahlsiege verpasste Huggel indes. Auf Liga-Ebene musste er neben dem (Kunst-)Rasen dem YB-Professional Seydou Doumbia den Vortritt überlassen. Der Ivorer wurde zum zweiten Mal in Serie zum "Axpo Player of the Year" gewählt. 30 Treffer waren das beste Argument zum Erfolg. Mehr als 30-mal hatte zuletzt John Eriksen (ex Servette, 36 Tore) 1988 getroffen. Doumbia erreichte während seines zweijährigen Engagements zweimal die Top-Position in der Skorerliste. 50 Tore schoss der Stürmer aus der Elfenbeinküste für die Berner. Einen Titel gewann er mit YB indes nie. Aber er entwickelte sich in der Schweiz zum Spieler mit internationalem Format. ZSKA Moskau, ab Sommer der neue Arbeitgeber, überwies für den Afrikaner einen zweistelligen Millionenbetrag.

Vertreter vom Verband und der Liga ehrten Dany Ryser für seine imposanten Verdienste um die letztjährige U17-Auswahl. Der neue "Coach des Jahres" hatte im vergangenen November die Schweizer Junioren in Nigeria zum ersten Weltmeister-Titel in der SFV-Geschichte geführt. Seine Wahl ist auch als Wertschätzung der "Swiss Gold Boys" zu verstehen; ein Team des Jahres war nämlich nicht nominiert - und dafür wären in erster Linie die U17-Champions infrage gekommen.

Busacca ist Schiedsrichter des Jahres

In der Kategorie "bester Schiedsrichter" betrat Massimo Busacca zum sechsten Mal in Serie die Bühne. Der Tessiner, kürzlich zum weltbesten Referee des Jahres 2009 ernannt, ist innerhalb der Schweiz konkurrenzlos gut. Nicht nur Double-Gewinner, sondern fortan auch "Youngster of the Year" darf sich Xherdan Shaqiri (18) nennen. Der 18-jährige Aufsteiger der letzten Saison glühte im heissen Saal zu Recht vor Freude.

Die Romandie ist auf der Liste der Preisträger gleich doppelt vertreten. Lausanne entkam im Cup-Wettbewerb der Anonymität der Challenge League temporär und wurde erst im Final von Basel gestoppt. Im nationalen Frauen-Fussball ist Caroline Abbé (Yverdon) die neue Nummer 1.