In der ersten Playoff-Runde kommt es zum Schweizer Duell mit Thabo Sefolosha.

Als die Spieler der Houston Rockets in der Nacht auf Donnerstag die Partien der letzten Runde in der NBA verfolgten, wechselte das Team, dem sie zum Auftakt der Playoffs gegenüberstehen würden, beinahe im Minutentakt. Mal sah es so aus, als käme es in der ersten Runde zum innertexanischen Duell mit San Antonio, mal zur Serie gegen Oklahoma City. Schliesslich, weil die Rockets noch von Portland überholt wurden und in der Western Conference auf den 4. Rang abrutschten, sind es die Utah Jazz, die in der Nacht auf Montag erstmals in Houston auf dem Parkett stehen werden.

Hätten die Rockets das letzte Spiel der Qualifikation gegen Oklahoma City nicht in letzter Sekunde aus der Hand gegeben - sie hätten diese Phase der Saison hinter Titelverteidiger Golden State Warriors als zweitbestes Team abgeschlossen. Und wahrscheinlich wären dann Stimmen laut geworden, die behaupteten, dass der Titel in der NBA wohl nur über eines dieser beiden Teams führe - wie letztes Jahr, als die Texaner als Qualifikationssieger die Kalifornier im Halbfinal hart gefordert und erst in sieben Spielen gegen sie verloren hatten.

"Clint wird immer besser"

Doch diese Saison ist vieles anders. Nicht nur, weil die Liga ausgeglichener scheint und beispielsweise mit den Milwaukee Bucks ein jahrelang unterdurchschnittliches Team Qualifikationssieger wurde. Sondern vor allem auch, weil Houston lange Zeit nicht der dominierenden Mannschaft von 2018 glich. 14 der ersten 25 Spiele gingen verloren, die Rockets rutschten ab auf den zweitletzten Platz im Westen. Damals sprach wenig dafür, dass Houston in der entscheidenden Saisonphase überhaupt dabei sein würde. Doch das Team fing sich und kam unter der Regie von James Harden immer besser in Fahrt. Der MVP der letzten Saison hat gute Chancen, heuer erneut als wertvollster Spieler ausgezeichnet zu werden. Auch, weil er seine Mitspieler besser macht.

Nach seiner starken letzten Saison hat Clint Capela nämlich erneut einige persönliche Bestmarken aufgestellt: Der 24-Jährige kam pro Partie im Durchschnitt sechs Minuten länger zum Einsatz (33), erzielte drei Punkte mehr (16) und hat seine Trefferquote bei Freiwürfen um etwa sieben Prozent auf 63,4 Prozent gesteigert. Zudem hat der Genfer so viele Double-Doubles wie noch nie gesammelt (45). Der frühere Profi und jetzige TV-Analyst Clyde Drexler ist sich sicher, dass Capela noch mehr Rekorde hätte brechen können, hätte er nicht 15 Partien aufgrund einer Bänderverletzung im rechten Daumen verpasst. "Clint wird immer besser."

Doch was in der Qualifikation gewesen ist, verkommt nun zu nicht viel mehr als Statistik. 20 der letzten 25 Spiele haben die Rockets gewonnen. Trotzdem könnte die Saison in vier Spielen vorbei sein, sollten sie gegen Utah unkonzentriert antreten. Denn das Team aus Salt Lake City, bei dem Thabo Sefolosha als Ergänzungsspieler immerhin in 50 der 82 Partien zum Einsatz gekommen ist, ist ebenfalls in Form und hat seit Mitte Februar hinter Houston und Portland am drittmeisten Siege gefeiert. Das hat auch James Harden registriert. Der 29-Jährige verweist aber viel lieber auf die Stärken und die Entwicklung des eigenen Teams. "Wir haben riesige Fortschritte gemacht und sind bereit für die Herausforderung."

Trotz schwierigem Saisonstart sehen sich die Texaner längst wieder als Titelkandidat. Utah soll wie beim ungefährdeten 4:1-Sieg in der zweiten Playoffrunde letztes Jahr nur ein Zwischenhalt sein zum ersten Titel seit 1995. "Wir haben Grosses vor", sagt Harden - und Grosses vor sich. In der zweiten Runde könnte bereits Titelverteidiger Golden State warten.

NBA. Playoff-Achtelfinals (best of 7/erste Serien starten am 13. April Lokalzeit). Eastern Conference: Milwaukee Bucks (1. der Qualifikation) - Detroit Pistons (8.). Boston Celtics (4.) - Indiana Pacers (5.). Philadelphia 76ers (3.) - Brooklyn Nets (6.). Toronto Raptors (2.) - Orlando Magic (7.).

Western Conference: Golden State Warriors (1.) - Los Angeles Clippers (8.). Houston Rockets (4./Capela) - Utah Jazz (5./Sefolosha). Portland Trail Blazers (3.) - Oklahoma City Thunder (6.). Denver Nuggets (2.) - San Antonio Spurs (7.)