HC Suhr-Aarau
HC Suhr-Aarau. Kein Stein bliebt auf dem andern

Beim NLA-Handball-Club HSC Suhr Aarau stehen grosse Umwälzungen an. Ein Trainerwechsel, ein neuer Goalie-Betreuer und ein neuer Vereinspräsident sollen frischen Wind in den Club bringen.

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Andreas steiner

Andreas steiner

Aargauer Zeitung

Maila Bermejo
«Für mich geht eine Ära zu Ende. Wenn man nach 25 Jahren als Spieler und Trainer in einem Verein nicht mehr erwünscht ist, macht das schon traurig», sagt Noch-HSC-Trainer Andreas Steiner. «Schliesslich ist Suhr Aarau ‹mein› Club.»
In der Medienmitteilung, die der Club am Dienstag veröffentlichte, steht: «Der Vorstand hat entschieden, die Zusammenarbeit mit Trainer Andreas Steiner zum Ende der laufenden Saison nicht zu verlängern.» Was sind die Gründe? Für Vereinspräsident Beat Wernli ist das Verhältnis eines Trainiers zu seinem Club wie eine Liebesbeziehung. «Wenn man zu lange zusammen ist, nützt man sich gegenseitig ab.» Steiner arbeite schon viele Jahre für den HSC, nun sei es Zeit für frischen Wind. Es sei nichts Konkretes passiert, was diese Entscheidung ausgelöst hätte, «es ist eine ganz normale Vertragsauflösung», so Wernli.

Es gab wiederholt Reibereien

Andreas Steiner äussert sich weniger diplomatisch zu den Entlassungsgründen. «Es herrschte in letzter Zeit eine gegenseitige Unzufriedenheit», sagt er. Man habe das Budget, seit er im Jahr 2004 sein Traineramt angetreten hat, halbiert, das wirke sich auch auf die sportlichen Leistungen eines Clubs aus. Um die verbleibenden finanziellen Mittel habe es wiederholt Reibereien und Auseinandersetzungen gegeben.

Doch die Spieler und Zuschauer von Suhr Aarau werden sich nich nur an einen neuen Trainer gewöhnen müssen. Der HSC engagiert den ehemaligen Internationalen und langjährigen Torhüter des damaligen TV Suhr, Daniel Lehmann, bis Ende Saison als Torhütertrainer. «Wir hatten ein halbes Jahr keinen Goalietrainer und freuen uns nun, dass Lehmann unsere Keeper durch die zweite Saisonhälfte begleitet», sagt Wernli.

Und auch Wernli selbst steht kurz vor seinem Abgang. Der neu gewählte Präsident der Schweizer Handball League (SHL) wird nach der nächsten GV seinem designierten Nachfolger Christian Käser Platz machen. «Käser ist ein ruhiger, ausgeglichener Mensch mit viel Führungserfahrung. Er war selber aktiver Handballer und ist gut in der Handballwelt vernetzt», sagt Wernli.

Früherer Abgang möglich

Vorerst gilt es für Suhr Aarau aber die letzten fünf Qualifikationsspiele möglichst erfolgreich zu absolvieren. Der HSC hat die letzten neun Partien verloren und befindet sich auf dem drittletzten Tabellenrang, einen Punkt hinter Kantonsrivale Endingen. «Die drei Februar-Spiele werden wegweisend für mich sein», sagt Trainer Andreas Steiner, «fallen sie positiv aus, werde ich die Saison sehr wahrscheinlich fertig machen, sonst weiss ich nicht, was die Vereinsleitung entscheidet.»