Signalwirkung

Hartes Urteil gegen St. Galler Hooligan

Gericht fällt Urteil gegen St. Galler Chaoten

Gericht fällt Urteil gegen St. Galler Chaoten

Das St. Galler Kreisgericht hat gegen einen randalierenden Fan des FC St. Gallen ein hartes Urteil gefällt.

Weil er bei den Krawallen nach dem Abstieg am 20. Mai 2008 beteiligt war, wurde er mit einer bedingten Strafe von 330 Tagessätzen à 90 Franken sowie einer Busse von 2700 Franken belegt.

Es gilt als bewiesen, dass der Mann nach der 0:2-Niederlage der St. Galler gegen Bellinzona, welche den Abstieg in die Challenge League besiegelte, Steine gegen Polizisten warf, einen Abfallcontainer anzündete und 30 zum Teil vermummte Randalierer anstachelte, nicht mit diesem Tun aufzuhören.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten, 2000 Franken Busse sowie ein dreijähriges Verbot für den Besuch von Fussball- und Eishockeyspielen in der Schweiz gefordert. Das Gericht verurteilte den Lüftungsmonteur anstelle der Freiheitsstrafe mit einer Geldstrafe; zudem gilt das Verbot für die Spiele nur für zwei Jahre. Der Mann darf sich auch zwei Stunden vor und nach einem Spiel nicht in Stadionnähe aufhalten.

Gemäss Kreisgericht haftet der Angeklagte solidarisch für den eingeforderten Sachschaden von 3000 Franken. Mit dieser Solidarhaftung will das Gericht offensichtlich ein Signal aussenden, das auf künftige Krawallanten abschreckend wirken soll.

Noch härter treffen könnte es einen zweiten mutmasslichen Randalierer, der am Donnerstag ebenfalls vor Gericht stand. Ihm wurde das gleiche vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft stellte die gleichen Strafanträge, doch soll sich in diesem zweiten Fall der Betrag, für den der Angeklagte solidarisch haftet, auf rund 155'000 Franken belaufen. Das Urteil steht noch aus.

Dem ebenfalls 22-Jährigen wird angelastet, nach Spielschluss zusammen mit rund 100 anderen Chaoten als einer der ersten das Spielfeld gestürmt, Gegenstände gegen die Polizei geworfen, ein Tor auseinander genommen und ein Stück Rasen ausgestochen zu haben.

Der Untersuchungsrichter hat bis heute acht sogenannte "Espenmoos"-Fälle ans Gericht überwiesen; etliche Randalierer wurden bereits mit Bussen und Strafbescheiden belegt. Nach dem Barragespiel des FC St. Gallen gegen die AC Bellinzona waren nach Ausschreitungen und Scharmützeln 59 Personen verhaftet worden.

In Zukunft soll die Verurteilung von Delinquenten bei Partien in St. Gallen schneller über die Bühne gehen. Gemäss einem Bericht der NZZ wird ab der am Sonntag mit der Partie St. Gallen - Basel beginnenden Axpo-Super-League-Saison ein Untersuchungsrichter im der St. Galler AFG-Arena sitzen. Somit soll das einzelrichterliche Schnellverfahren erstmals auch im Kampf gegen Hooligans angewandt werden. Ein Einzelrichter kann dann sofort einen Strafbefehl ausstellen. Der Strafrahmen beträgt 180 Tagessätze bei einer Geldstrafe beziehungsweise sechs Monate bei einer Freiheitsstrafe.

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