Hartes Training ersetzt Praxis

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Heute eröffnet Roger Federer um 14 Uhr Schweizer Zeit das Wimbledon-Turnier auf dem Centre-Court. Der Schweizer Tennisprofi gilt neben dem Briten Andy Murray als der grosse Favorit auf den Titel.

Ohne Spielpraxis auf Rasen muss Federer gegen Yen-Hsun Lu aus Taiwan ran. Dennoch fühle er sich bereit, seit Dienstag trainiere er in Wimbledon, zwei bis drei Stunden täglich: «Ich habe nicht lange gebraucht, mich an die Bedingungen auf Rasen anzupassen.» Die Woche Pause seit dem Triumph beim French Open aber habe ihm gut getan, er habe etwas Abstand gewonnen und sich zu Hause erholt. Wegen des Drucks habe er in Paris praktisch vier Endspiele in Folge bestritten und sei deshalb emotional nicht in der Lage gewesen, bereits zwei Tage später in Halle wieder anzutreten, wie er es eigentlich geplant habe.

Und er wisse, wann er eine Pause brauche. Natürlich sei Training nicht mit einem Match zu vergleichen. Doch habe er gute Bedingungen gehabt und hart trainiert. «Härter als Matches sind», betonte er: «Ich habe das Gefühl, ich spiele gut genug, um hier wieder ein tolles Turnier zu absolvieren.»

Wawrinka startet gegen Schwank

Auch Stanislas Wawrinka hat vor Wimbledon kein Turnier auf Rasen bestritten. Allerdings tankte er beim Sieg im Show-Match gegen Rafael Nadal doch eine Portion Selbstvertrauen, selbst wenn der Titelverteidiger angeschlagen war und anschliessend das Turnier absagte. Zuvor gewann Wawrinka das Challenger-Turnier von Lugano, allerdings auf Sand. Der Waadtländer bekommt es morgen mit dem Argentinier Eduardo Schwank, der Weltnummer 106, zu tun. Auch in Runde zwei wäre ein Sandspezialist sein Gegner.

Dann könnte es zur Revanche gegen den unberechenbaren Russen Marat Safin kommen, dem er im Vorjahr im Achtelfinal unterlegen war. Und sollte Wawrinka wie vor einem Jahr bis in den Achtelfinal vorstossen, winkt ihm dort ein Duell mit der grossen Hoffnung der Briten, dem Lokalmatador Andy Murray. Wawrinka gehörte übrigens wie Safin, dessen Landsmann Michail Juschni und dem Österreicher Stefan Koubek zu Federers Trainingspartnern in den vergangenen Tagen.

Vögele morgen gegen Williams

Ohne grosse sportliche Erwartungen starten die Schweizer Frauen. Die als Nummer 21 gesetzte Patty Schnyder tritt entgegen ihrer ursprünglichen Absicht doch an und misst sich heute mit der japanischen Veteranin Ai Sugiyama: WTA 40. Ebenfalls heute spielt Timea Bacsinszky (WTA 110) gegen die russische Qualifikantin Wesna Manasiewa: WTA 163.

Fast unlösbar ist die Aufgabe für Stefanie Vögele. Die Nummer 98 der Welt trifft morgen auf die fünffache Wimbledonsiegerin und Titelverteidigerin Venus Williams. Dafür kommt die 19-jährige Aargauerin wohl zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis, zu einem Auftritt auf dem Centre-Court von Wimbledon. Das ist lange nicht jedem Tennisprofi vergönnt. (mic)

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