«Habe ihn aus dem Sumpf geholt»

Die Ankündigung von Ryszard Komornicki, den FC Aarau zu verlassen, ist von den Verantwortlichen mit Gelassenheit registriert worden. «Wir geraten nicht in Panik», sagt Sportchef Fritz Hächler.

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Aargauer Zeitung

Felix Bingesser

Die Fronten sind verhärtet und das Tischtuch zerschnitten: Trainer Ryszard Komornicki wird nach dem Stand der Dinge nicht in eine dritte Saison als Cheftrainer beim FC Aarau gehen. «Mir fehlt die Vertrauensbasis und ich spüre keinerlei Bereitschaft von Vereinsseite, dass man auf mich zugeht und die Zusammenarbeit neu regelt. Denn so, wie es zuletzt gelaufen ist, macht das Ganze keinen Sinn mehr», sagt Komornicki. Er wird den ihm angebotenen Einjahresvertrag nicht unterzeichnen. «Herr Komornicki hat zwei Termine kurzfristig verschoben. Nun liegt der Vertrag bei mir, und wenn er sich nicht meldet, dann bleibt er auch da liegen», sagt Hächler.

Nun ist es nicht so, dass der Aarauer Cheftrainer in einem vertragslosen Zustand wäre. Ein unbefristeter und auf drei Monate kündbarer Kontrakt läuft weiter, «und solange der vom Trainer nicht gekündigt wird, sehen wir keine Veranlassung, aktiv zu werden. Der Ball liegt beim ihm», so Hächler und betont: «Ich war es, der Komornicki eine Chance gegeben und ihn aus dem Sumpf geholt hat.»

Allein diese Pattsituation zeigt auf, dass die Basis für eine weitere Zusammenarbeit fehlt. Hächler ist derzeit daran, das Kader mit neuen Spielern zu ergänzen. «Dass uns Ianu verlässt, haben wir erwartet. Ich bin mit zwei neuen Stürmern kurz vor dem Abschluss», sagt er. Auch die Spieler Mutsch, Nushi und Menezes werden den Verein verlassen, die Akte Page ist hängig. «Wir prüfen Alternativen und sind nicht untätig», so Hächler. Dass dabei der Trainer über mögliche Zuzüge nicht im Bild ist, ist Teil des Zerwürfnisses, das nicht zu kitten ist. Komornicki hat seine Fühler nach einem neuen Klub ausgestreckt.

In einem Dilemma steckt Assistenztrainer Jeff Saibene, der erster Anwärter auf die Nachfolge seines Weggefährten ist. «Ich mache mir darüber im Moment keine Gedanken», sagt er.