Gygax' Hunger ist noch lange nicht gestillt

Luzerns Daniel Gygax. © Alexander Wagner

Der Hunger ist noch lange nicht gestillt

Luzerns Daniel Gygax. © Alexander Wagner

Daniel Gygax gibt beim FC Luzern sein Comeback in der Super League. Nach fünf Jahren im Ausland will der 28-jährige in der Schweiz nochmals Gas geben.

Markus Brütsch

Der letzte Test war keine Offenbarung. Der FC Luzern war beim 1:1 gegen Wohlen in Wolhusen noch weit von seiner Form der letzten Saison entfernt. Doch missglückten Hauptproben sind schon oft genug gelungene Premieren gefolgt. Und deshalb will Daniel Gygax den teilweise mässigen Eindrücken aus den Vorbereitungsspielen seines neuen Vereins gar nicht zu viel Gewicht beimessen. «Wir haben hart trainiert, um eine gute Basis für die Vorrunde zu legen», sagt Gygax.

Nach fünf Jahren im Ausland ist der 28-Jährige in die Schweiz zurückgekehrt. Beim OSC Lille und beim FC Metz in Frankreich sowie beim 1.FC Nürnberg in der zweiten und ersten deutschen Bundesliga hat Gygax viel hartes Brot gegessen. Gut möglich, dass er nun als gestählter Spieler ein starkes Comeback in der Super League geben wird.

Gygax ist hungrig

Dass er künftig nicht mehr vor 50000 Zuschauern, sondern bisweilen vor 4000 spielen wird, betrachtet er nicht als Problem. Nach 49 Partien in der Ligue 1 und 10 Einsätzen in der Bundesliga ist er hungrig genug, um zu jenem alten Leistungsvermögen zurückzufinden, das ihn einst zum 35-fachen Nationalspieler gemacht hat. Mit der Frage, ob er es noch einmal zurück ins Kader der Nati schaffen werde, mag er sich vorerst nicht beschäftigen. «Ich konzentriere mich ganz auf den FC Luzern», sagt Gygax.

Er hofft, dass es seiner Mannschaft ab Sonntag gelingen wird, eine Bestätigung für die hervorragende letzte Saison abzuliefern. Mit dem vierten Rang haben sich die Zentralschweizer einen Platz in der Qualifikationsrunde für die Europa League verdient. «Im Fussball ist vieles möglich», sagt Gygax, «und der FC Luzern ist ein renommierter Klub mit grossen Ambitionen. Wenn dies nicht der Fall wäre, hätte ich mich ihm ja gar nicht erst angeschlossen.»

Der Luzerner Erfolgstrainer Rolf Fringer denkt, dass er gute und charakterstarke neue Spieler dazubekommen hat. «Wir wollen uns auch in der neuen Spielzeit so gut wie möglich verkaufen», sagt Fringer. In Gygax sieht er einen wertvollen Mannschaftsspieler, der in der Lage ist, vor dem gegnerischen Tor Gefahr auszulösen. «Ich habe mich problemlos beim FC Luzern eingelebt», sagt Gygax, «ich bin in eine supertolle Mannschaft gekommen.» Gegen Wohlen hat er im 4-4-2-System im rechten Mittelfeld agiert. «Bis jetzt hat mich der Trainer auf der rechten Seite eingesetzt, aber ich könnte auch links spielen», sagt Gygax. «Die Hauptsache ist, dass wir einen offensiven Fussball pflegen.»

Spielpraxis und Vertrauen

Was Gygax nun vor allem braucht nach ein paar Saisons, in denen er zwischen Rasen und Ersatzbank hin- und hergependelt ist, sind Spielpraxis und Vertrauen. Beides wird er von Fringer bekommen. «Dann werden bald auch die Automatismen spielen», ist Gygax überzeugt. Mit Spannung warten die Luzerner Fans auf das Zusammenspiel zwischen Hakan Yakin und Gygax; Ersterer hat nach der WM noch seine Ferien eingezogen. Bald aber werden die feinen Techniker gemeinsam zu Werke gehen. Gygax hat durchaus das Zeug dazu, der neue Publikumsliebling im Emmenbrücker Stadion Gersag zu werden. So wie er es einst im Letzigrund beim FC Zürich war. Doch weil der FCZ kein Interesse an einer Rückkehr des verlorenen Sohnes gezeigt hat, lanciert Gygax nun eben beim FC Luzern seine Karriere neu. «Ich freue mich auf alles, was kommt», sagt Gygax. Vor allem aber auf seinen Einstand am Sonntag gegen St.Gallen.

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