Uhrencup
Grenchen ist ganz Uhrencup

Jeder Grashalm auf dem Fussballrasen weiss, in welche Richtung er zu stehen hat. Die Flaggen sind gehisst, die Bälle gepumpt, das Stadion ist auf Hochglanz geputzt. Dem 48. Uhrencup steht beinahe nichts mehr im Weg.

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Uhrencup in Grenchen

Uhrencup in Grenchen

Grenchner Tagblatt

Brigit Leuenberger

«Am Schluss kommt immer alles zusammen und sicher etwas dazwischen.» Dass weiss Urs Siegenthaler aus Erfahrung. Den Logistikchef im Trio der Uhrencup GmbH bringt so schnell aber nichts aus der Fassung. Da trägt er ein Plakat an die richtige Stelle, dort kontrolliert er eine Abschrankung, später überprüft er eine Anlieferung.

«Würste und Bier kommen in die Kühlcontainer. Alle Kühlschränke müssen morgen Abend gefüllt sein.» Damit beim Verkauf von Lebensmitteln und Getränken an die Gäste keine Staus entstehen, sind zusätzliche Stände aufgebaut worden. Ist das Stadion allerdings voll, werden Wartezeiten trotzdem unumgänglich. «Ich habe in Stadien auf der ganzen Welt gearbeitet und kann dazu nur sagen, es ist normal, dass man warten muss», betont der Logistikchef.

In fünf Tagen auf dem Mond

In den Garderoben wird gefegt und geschrubbt. Duschköpfe müssen entkalkt, Wandanstriche ausgebessert, fehlende Kleiderhaken ersetzt werden. «Am Freitagabend, Punkt acht Uhr, muss alles fix und fertig sein.» Diesen Termin hat Turnierdirektor Sascha Ruefer festgesetzt. «Letztes Jahr waren wir mit den Vorbereitungen so spät dran, dass ich im Endspurt unausstehlich wurde», erinnert er sich.

Uhrencup-Spielplan

Samstag, 4. Juli, 19.30 Uhr, BSC Young Boys - Panathinaikos Athen; Montag, 6. Juli, 18 Uhr, BSC Young Boys - Schachtjor Donezk, 20.30 Uhr, FC Basel - Panathinaikos Athen; Mittwoch, 8. Juli, 19.30 Uhr FC Basel - Schachtjor Donezk. Tickets und Infos unter: www.uhrencup.ch (bel)

Deshalb sei für ihn festgestanden: «Dieses Jahr müssen wir früher fertig sein.» Und will jemand dem Turnierdirektor erklären, dass seine Aufgabe doch länger dauert, erhält er diese Antwort: «Wir können in fünf Tagen auf den Mond fliegen, dann willst du mir doch nicht weismachen, dass du deine Arbeit in der angegebenen Zeit nicht schaffst?»

Sascha Ruefer sitzt an seinem Arbeitstisch im Sekretariat des Stadions. Hinter seinem Rücken prangt ein aktuelles Uhrencup-Plakat. So kurz vor dem Anpfiff ist der Turnierdirektor mehr als zufrieden. «Es gab eine Zeit, in der wir die Stadt und die Baudirektion kritisiert haben. Heute aber ziehe ich den Hut vor diesen Leuten.» Die Arbeiten rund ums Stadion seien zu seiner vollsten Zufriedenheit erledigt worden. «Wer für den Uhrencup arbeitet, gibt wirklich sein Bestes.»

Nördliches Goal ist abgesackt

Unter die Arbeiten der Baudirektion fällt auch die Pflege des «heiligen» Rasens. «In diesem Jahr ist er so schön wie noch nie», findet Urs Siegenthaler. Bestimmt habe neben der intensiven Pflege auch die Witterung das Ihrige dazu beigetragen. Sascha Ruefer aber weiss, dass es bei einem Fussballrasen nicht allein aufs Aussehen ankommt.

«Grün ist nicht alles. Eben muss er sein. Und nur wer barfuss darüber geht, weiss, ob er wirklich eben ist.» Noch vor zwei Monaten war das nördliche Goal leicht abgesackt. «Das wurde aber erkannt und ausgebessert», sagt Urs Siegenthaler. Der letzte, millimetergenaue Schnitt und die Markierung erhält der Rasen erst wenige Stunden vor dem Anpfiff.

Nervosität war gestern keine zu spüren. «Vieles ist unterdessen Routine, doch ganz darauf verlassen darf man sich nie.»

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